Mirna Jukic rettete bei Rom-WM Österreichs Ehre
Der Zusammenhalt in der Familie und Freund Jürgen Melzer sind wichtige Erfolgsfaktoren für die 23-Jährige.

Foto © GEPAMirna Jukic
Ihr Vorlauf-Ausscheiden am Tag danach über 50 m Brust hat Mirna Jukic nicht geschmerzt. Die Freude über ihre zweite Schwimm-Bronze-Medaille bei Langbahn-Weltmeisterschaften überstrahlt alles, wieder einmal hatte sie Österreichs Schwimm-Ehre gerettet. Auf sehr hohem Niveau war die 23-Jährige bei diesen Titelkämpfen unterwegs. In ihren sieben Läufen blieb sie durchwegs unter ihren OSV-Rekorden, mit denen sie nach Rom gekommen war.
Da war es für sie auch nicht so schlimm, dass ihr der 200-m-Europarekord an die serbische Überraschungssiegerin Nadja Higl verloren gegangen ist. "Ich glaube, ich habe die WM mit Bravour bestanden", gab sich Jukic für ihre Leistungen eine Eins. Das sahen auch ihre Fans, Freunde und Verwandte so, sie alle hatten am Freitag beim Endlauf mitgefiebert. "Am Handy waren so viele SMS, das kann die gar nicht speichern. Es wäre fast abgestürzt."
Melzer fieberte mit
Via E-Mail und Facebook gingen ebenfalls zahlreiche Glückwünsche ein. Freund Jürgen Melzer sah sich das Rennen in Umag gemeinsam mit dem Kroaten Ivan Ljubicic kurz vor deren Viertelfinal-Duell beim Tennis-ATP-Turnier in Umag an. Noch am selben Abend war auch der 28-Jährige erfolgreich, indem er den Lokalmatador bzw. früheren Landsmann von Jukic nach Abwehr von Matchbällen besiegte und ins Halbfinale einzog.
"Wir versuchen, uns gegenseitig aufzubauen", nahm Jukic zu ihrer Beziehung Stellung. Aber auch ihre Familie hob die Studentin als für sie sehr wichtig hervor. "'Da ist mein Vater, der immer zu mir hält. Und meine Mama - sie ist zwar jetzt nicht hier, aber mit Seele und Geist dabei. Und mein Bruder, mein cooler Trainingspartner. Er baut mich auf und motiviert mich. Ich hoffe, dass er einmal dort fortsetzt, wo ich aufhöre."
Karriereende?
Wann sie mit ihrer Karriere aufhört, ließ Jukic wieder offen. So wie nach Olympia 2008 in Peking gönnt sie sich diesbezüglich eine Nachdenkpause, Ende des Jahres will sich der OSV-Star deklarieren. Macht sie weiter, wären wohl die Langbahn-Europameisterschaften in einem Jahr in Budapest ihr nächstes großes Ziel. Dort, wo sie bei den Kontinental-Titelkämpfen 2006 wegen ihres Pfeiffer'schen Drüsenfiebers nicht teilnehmen konnte.
2010 den Erfolg dort nachzuholen, könnte ebenso ein Motivationsfaktor sein wie es im nächsten Jahr mit nur noch bis zum Knie reichenden Schwimm-Anzügen der Konkurrenz noch einmal zu zeigen. Zwar schaffte es Jukic auch mit den aktuellen High-Tech-Material in die Medaillenränge, doch andere wären ohne "suit" wohl sehr weit davon entfernt. Österreichs aktuelle "Sportlerin des Jahres" zählt auch Weltmeisterin Higl dazu.
Auch der Vater lächelte
Die Europameisterin wird allein entscheiden, doch im Fall einer Karriere-Fortsetzung wird sie zweifellos weiter auf ihr engstes Umfeld setzen können. "Wir sind als Familie schon immer zusammengestanden, haben viel durchgemacht und überwunden, oft gegen Windmühlen gekämpft", erklärte Jukic. "Wir haben eben klare Ziele. Da arbeitet man hart und gibt nicht auf." Bei vielen Talenten in Österreich kann sie diese Einstellung nicht erkennen.
Trainer-Vater Zeljko Jukic hatte seinen Kindern schon immer einen anderen Zugang vermittelt, nach dem Bronze-Gewinn kam dem 51-Jährigen sogar ein Lächeln über die Lippen. "So sieht man ihn nicht oft", meinte seine erfolgreiche Tochter. "Ihm ist wichtig, dass wir geschafft haben, wofür wir gearbeitet haben." Verbesserungspotenzial gäbe es freilich nach wie vor.
Mirna Jukic: "Es gibt ja kein perfektes Rennen, perfekt ist nur eine Maschine. Auch mein Finale war nicht perfekt, zum Beispiel auf der dritten Länge hätte ich ein paar Zehntel schneller sein können. Da greift man normal an." Auf den letzten 50 m gab die gebürtige Kroatin von Platz vier kommend aber alles und nahm da der total einbrechenden US-Olympiasiegerin Rebecca Soni mehr als drei Sekunden ab.
Keine ihrer drei WM-Bronze-Medaillen hob Jukic speziell hervor - weder die 2002 auf der Kurzbahn in Moskau, noch die 2005 auf der Langbahn in Montreal, noch die aktuelle. "Jede hat eine besondere Bedeutung. Die jetzt, nach allem, was in den letzten Jahren passiert ist. 2002 war es zwei Tage vor meinem 16. Geburtstag überraschend, 2005 war es langsam. Aber da sieht man, die Zeit zählt nicht. Hauptsache, man hat etwas Schönes umgehängt."














