Mirna Jukic: In drei Jahren von ganz unten nach oben
Die 23-Jährige schüttelte Rogans Schatten mit ihrer WM-Medaille nun weiter ab. Ziele gehen der Olympia-Dritten aber nicht aus.

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Kaum jemand setzte 2006 auch nur einen Pfifferling auf Mirna Jukic, als sie bei den Europameisterschaften in Budapest mit einigen Kilogramm zu viel nur als Zuschauerin dabei war. Das Pfeiffer'sche Drüsenfieber hatte die damals 20-Jährige aus der Bahn geworfen, doch im Grunde waren ihre Leistungen schon kurz davor am absteigenden Ast gewesen. Drei Jahre danach hat Jukic selbst Markus Rogan überflügelt, bestätigte das am Freitag in Rom mit WM-Bronze.
Vermutlich wird es Österreichs einzige Medaille bei diesen Weltmeisterschaften bleiben, denn so sehr über sich hinauswachsen kann wohl auch ihr Bruder Dinko am Sonntag über 400 m Lagen nicht. Die 23-Jährige hat also wieder einmal die österreichische Schwimm-Ehre gerettet, so wie sie es etwa schon bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Moskau gemacht hatte. Im April 2002 verhinderte sie da am Schlusstag mit Bronze eine OSV-Nullnummer.
Erfolgreichste Schwimmerin aller Zeiten
Platz drei gab es für Jukic auch vor knapp einem Jahr mit Olympia-Bronze über 100 m Brust. Ihr höchstes Ziel war erreicht, da wollte sie vorerst auch ihr baldiges Karriereende nicht ausschließen. Ihr Ehrgeiz und ihre Zielstrebigkeit erlaubten es freilich nicht, dass Österreichs erfolgreichste Schwimmerin aller Zeiten nicht weiterschwamm - und wie sie es tat.
Kurzbahn-EM-Silber und -Bronze im Dezember in Rijeka und nun WM-Rang drei auf der Langbahn. Mit nun 22 Medaillen ist die gebürtige Kroatin nur noch fünf Podestplätze bei Großereignissen von OSV-Rekordhalter Markus Rogan entfernt. Schon im nächsten Jahr könnte sie den 27-Jährigen überflügeln und damit jenen Schatten abschütteln, aus dem sie eigentlich schon längst getreten ist.
Rückhalt von der Familie
Rogans Karriere baut in Wahrheit seit den Spielen in Peking auf seinen früheren Erfolgen auf. Mirna Jukic aber ist vier Jahre jünger als der Weltrekordler, hat seine Erfolgsstufe fast schon erreicht und kann dennoch noch einige Jahre ganz oben mitschwimmen. Denn auch wenn sie sagt, es nur noch locker angehen zu wollen, Ziele hat sie sehr wohl. Einmal Weltrekord zu fixieren, ist keine Utopie. Und bei Olympia gibt es noch Höheres als Bronze.
Als Familienmensch hat Jukic den nötigen Rückhalt, um für ihre sportlichen Vorhaben weiter zu arbeiten. Auch die Beziehung zu Österreichs Tennis-Ass Jürgen Melzer scheint ihr gut zu tun. In den knapp bis zu zweieinhalb Minuten beim Wettkampf im Becken ist Österreichs zweifache "Sportlerin des Jahres" jedoch dann doch auf sich allein gestellt. Daher sind es auch vorrangig ihre Erfolge, erst dann die ihres Umfelds, erst dann die Österreichs.













