Großglockner-Berglauf: Angenehme Erinnerungen
Kein Tag für Seriensieger! Ein Kenianer war als Erster auf der Franz-Josefs-Höhe: Ndungu gewann den zehnten Berglauf mit Rekord. Bei den Damen gab es durch Andrea Mayr einen österreichischen Sieg.

Foto © GEPAAndrea Mayr
Berge gibt es bekanntlich genügend in Kenia. Angeblich mit ein Grund, warum dort immer wieder "Wunderläufer" hervorgebracht werden. In Österreich ist eine kenianische Läufergruppe ebenfalls in luftiger Höhe stationiert. Auf der steirischen Hebalpe befindet sich ihr Stützpunkt, von wo sie im Sommer zu den verschiedensten Rennen in Mitteleuropa aufbrechen.
Am Wochenende zum Beispiel nach Heiligenblut zum Großglockner-Berglauf. Ein gewisser Geoffrey-Gikuni Ndungu ließ da auf den fast 13 Kilometern auf die Franz-Josefs-Höhe den bisherigen Seriensieger Jonathan Wyatt hinter sich. Eindeutig sogar. Der Kenianer, im Vorjahr beim Halbmarathon von "Kärnten Läuft" Fünfter, war mit dem neuen Streckenrekord von 1:09:36 Stunden um fast zwei Minuten früher im Ziel als der Neuseeländer. Der sechsfache, im Sommer in Italien lebende Glockner-Berglaufsieger fand also in Ndungu seinen Meister. Nur auf den letzten 800 Metern, dem sogenannten Panaceo-Endspurt, hatte Wyatt ein Erfolgserlebnis, war auf diesem Teilbereich schneller unterwegs als der Sieger. Ndungu kommt heuer als "Glocknerhönig" zu Kärnten Läuft. Es spricht für die Internationalität dieses Jubläums-Laufklassikers: die ersten sechs bei den Männern kamen aus sechs verschiedenen Ländern. Österreicher war keiner darunter. Der beste war, wie schon bei der Berglauf-EM vor einer Woche in Tirol, Markus Hohenwarter. Der Kärntner belegte mit einem Rückstand von sieben Minuten Platz acht.
Angenehme Erinnerungen
Mit dem Großglockner verbindet Andrea Mayr angenehme Erinnerungen. Da ist die Universal-Läuferin, die heuer in Wien bereits einen neuen österreichischen Marathon-Rekord lief, bereits Berg-Europameisterin (2005) geworden. Am Sonntag konnte ihr bergauf wieder keine der Damen folgen. Am Ende lag die Medizinerin um 49 Sekunden vor der Tschechin Anna Pichrtova, die in Heiligenblut ebenfalls schon fünf Mal gewonnen hatte. Jede Serie geht eben einmal zu Ende. Die 29-jährige Mayr ist ein Phänomen: nach einer Sehnenoperation läuft sie wieder so, als wäre nie etwas gewesen. Mit ihrer Zeit hätte sie bei den Männern immerhin Platz 21 belegt. Das Kärntner Fähnlein hielt die Triathletin Elisabeth Penker als Sechste hoch. Ausgerechnet der zehnte Berglauf brachte einen neuen Teilnehmerrekord: erstmals bewältigten 889 Läufer aus 22 Nationen die Strecke mit ihrer Höhendifferenz von 1.514 Metern. Den Startschuss nahm Kärntens Sportreferent LH Gerhard Dörfler vor.
HEINZ TRASCHITZGER
Features
Ergebnisse
Frauen:
1. Andrea Mayr (AUT/SV Schwechat) 1:23:37 Stunden
2. Anna
Pichrtova (CZE) 1:24:26
3. Iva Milesova (CZE) 1:29:34
Männer: 1. Geoffrey Ndungu (KEN) 1:09:36 Stunden
2. Jonathan Wyatt
(NZL) 1:11:13
3. Robert Krupicka (CZE) 1:11:32
Weiter:
8. Markus
Hohenwarter (AUT/LC Villach) 1:16:02













