Brice Feillu gewann 7. Tour-Etappe - Nocentini in Gelb
In den Bergen von Andorra haben Armstrong & Contador den Italiener Rinaldo Nocentini "übersehen".

Foto © GEPABrice Feillu
Holt Armstrong Gelb auf dem Ullrich-Berg", titelte die Bild-Zeitung. Woraus viel Wehmut zu lesen war. Vor der Tour de France türmte sich die erste von drei Bergankünften hinauf zur Schistation Andorra-Arcalis in 2240 Metern Höhe. Jene steilen Kehren, in denen sich Jan Ullrich 1997 das gelbe Trikot geholt, es danach bis Paris nicht mehr ausgezogen und als erster Deutscher die Tour de France gewonnen hat.
Internet-Umfrage. Auf der Internet-Seite der Tour de France (letour.com) sah eine Umfrage, welcher der Stars des kasachischen Astana-Rennstalls nach der Ziellinie in Arcalis in der Gesamtwertung vorne liegen würde, Lance Armstrong mit 54,15 Prozent vor Alberto Contador (39,93) in Front. Und von Astana, wo spätestens seit dem ungeplanten und nicht abgesprochen gewesenen Vorstoß von Armstrong auf der dritten Etappe der Haussegen windschief hing, war folgende "Stallorder" durchgesickert: Alberto Contador, vor der Tour als Nummer eins ausgeschildert, darf auf Attacken reagieren, Armstrong aus dem Hinterhalt attackieren dürfe er jedoch nicht.
Tour-Favoriten. Theorie, die immer grauer wurde, je steiler sich die Straße den Berg hinauf schlängelte. Fabian Cancellara, bis gestern in der Gesamtwertung nur ganze 22 Hundertstel vor Armstrong, trat nur noch auf dem Stand. Während in der Gruppe der großen Tour-Favoriten die Astana-Trikots das TV-Bild ausfüllten und Lance Armstrong alles unter Kontrolle zu haben schien.
Sekunden-Krim. Der erst 23-jährige Franzose Brice Feillu kletterte aus einer Spitzengruppe schon in Richtung Etappensieg, da schnellte dahinter Alberto Contador plötzlich aus dem Sattel. Zwei, drei, vier kräftige Tritte und Armstrong war überrumpelt. Contador heimste Sekunde um Sekunde. Als er im Ziel war, begannen die Stoppuhren zu laufen, um zwei Sekunden überholte er Armstrong. Doch die beiden hatten einen lachenden Dritten übersehen. Der Italiener Rinaldo Nocentini war einiges vor ihnen im Ziel - und trägt vorübergehend das gelbe Trikot.














