Anzug-Doping verseucht das Schwimmen
Die Schwimm-Szene völlig außer Rand und Band. Jetzt wehren sich die Athleten gegen den Weltverband, der zugunsten neuer Bestmarken zuletzt jede Art von Speed-Anzug zuließ.

Foto © GEPAMirna Jukic trägt Speedo
Dinko Jukic brachte es erst kürzlich auf den Punkt: "Durch die Speed-Anzüge ist Schwimmen zur Materialschlacht verkommen. Außerdem sind die Dinger mit bis zu 600 Euro pro Stück sehr teuer - das können sich nicht alle leisten." Damit bläst der frisch gebackene Kurzbahn-Europameister von Rijeka, der übrigens einer der Letzten war, der von der Badehose in die "zweite Haut" wechselte, in das selbe Horn wie der Gros der Topschwimmer.
Aufstand. Der Aufstand wurde sogar schon geprobt - so starteten zwei deutsche Athleten in Rijeka im Finale über 50 m Rücken absichtlich in Badehosen, um so auf die momentane Problematik aufmerksam zu machen. Die Folgen waren allerdings fatal: Ausrüster "Adidas" kündigte daraufhin den millionenschweren Vertrag mit dem deutschen Verband auf. Dass die Anzüge in geraumer Zeit wieder von der Bildfläche verschwinden werden, ist jedoch schon aus finanziellen Gründen unwahrscheinlich. Viel mehr geht es jetzt darum, dass es der Weltverband Fina schafft, eine einheitliches Reglement auf den Tisch zu legen.
High-Tech-Haut. Denn zuletzt lief der Gebrauch der "High-Tech-Haut" außer Rand und Band. So benützen die Schwimmer Neopren-Anzüge, obwohl von der Fina Auftrieb-verleihendes Material verboten wird. Geduldet wurde es dennoch. Ebenso wie die Tatsache, dass manche Athleten gleich bis zu drei "Schnellmacher" übereinander trugen.
Rekordflut. Mit der Forcierung des unkontrollierten Anzug-Dopings zielte der Weltverband auf eine neue Rekordflut ab, die dem Sport schöne Schlagzeilen garantieren sollte. Dies ist gelungen - alleine heuer fielen 105 Bestmarken und damit so viele wie noch nie zuvor in den Becken dieser Welt. Der Weg zurück zur Normalität wird jedoch ein bitterer: Kommt es zumindest zur geforderten Regulierung bei den Anzügen (eine maximale Dicke von 0,5 Millimetern), können die zuletzt erzielten Rekorde in den nächsten Jahren bestimmt nicht gebrochen werden.
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EM in Rijeka
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Dinko Jukic ist nicht immer mit Anzug unterwegsFoto © GEPA













