Nach schwerer VerletzungMit Anmut zurück auf die Laufbahn

Aufgrund ihrer Verletzungen nimmt Sprinterin Carina Pölzl (20) jetzt Ballett-Stunden. Die Trainings-Kollegin von Ivona Dadic arbeitet in Wien hart an ihrem Comeback.

Carina Pölzl nimmt ihre Wettkämpfe derzeit nur aus der Ferne wahr © Instagram
 

Monotonie gilt als natürlicher Feind eines Profisportlers. Immer wieder versuchen sich Athleten auf fremdem Terrain, um den Trainingsalltag zu entfliehen. Manchmal geschieht es auch auf Rat gewiefter Mediziner. Carina Pölzl etwa hadert derzeit mit dem zweiten, äußerst schmerzhaften Ermüdungsbruch binnen eines Jahres. „Jetzt hat es den anderen Fuß erwischt“, berichtet die 20-jährige Studentin. Am Comeback werde in Wien gearbeitet, die 200-Meter-Spezialistin greift dabei auf eine unorthodoxe Methode zurück: „Ballett“, sagt die Klagenfurterin grinsend.

Die Ärzte gaben ihr den Rat auf Vielseitigkeit zu setzen. „Ballett kommt der Körperspannung und Körperhaltung zugute. Für Sprünge und Drehungen ist enormer Kraftaufwand nötig, was wiederum der Widerstandsfähigkeit im Fuß hilft“, zeigt sich Pölzl von der neuen Strategie überzeugt und ergänzt: „Eigentlich dachte ich, dass ich über ein gutes Körpergefühl besitze. Aber schon in der ersten Stunde wurde ich eines besseren belehrt.“

Für Pölzl war die neuerliche Fraktur-Diagnose Ende Jänner ein Schock. Zumal sie dadurch keine Hallensaison bestreiten konnte und somit hinter allen Sommerwettkämpfen ein Fragezeichen steht. „Ich habe aber keinen Stress. Für mich lautet das oberste Gebot, dass ich wieder komplett gesund bin. Ich will nicht irgendwann in jungen Jahren humpeln müssen.“ Nach eineinhalb Monaten Laufpause befindet sich Pölzl wieder im leichten Training. An der Seite von Österreichs Aushängeschild Ivona Dadic mit Trainer Philipp Unfried.

Pölzl hat das Gefühl, dass es das für sie noch nicht gewesen sei. „Ich bin mir sicher, dass ich über genug Potenzial verfüge, wieder dorthin zurückzukehren, wo ich schon war und vielleicht noch ein bisschen weiter. Meine Bereitschaft ist da, alles dafür zu investieren und alles zu geben.“ Selbst beim Ballett.

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