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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 um 20:34 Uhr

Der innere Schweinehund ist immer mit am Start

Oft beißt er schon vor dem Training, manchmal erst bei Kilometer zwölf und das nächste Mal hält er sich ganz vornehm zurück: der innere Schweinehund läuft auch bei den prominenten Kärnten Läuft-Teilnehmern mit.

Michael Buchleitner kann ein Lied von seinem Kampf mit dem "inneren Bremser" singen. Am Sonntag tauchte er aber nicht auf

Foto © Leute TVMichael Buchleitner kann ein Lied von seinem Kampf mit dem "inneren Bremser" singen. Am Sonntag tauchte er aber nicht auf

Der innere Schweinehund hatte schon seine grundlegende Berechtigung, wenn er unseren Vorfahren als eine Art Energeisparreflex ins Ohr flüsterte: Fett essen und wenig verbrennen - doch das diente den Jägern und Sammlern als Überlebensstrategie. Die Zeiten ändern sich, aber der innere Schweinehund hat überlebt. Manchmal ist er größer und manchmal kleiner: "Und heute ist er bei mir überhaupt nicht aufgetaucht", scherzt Topläufer Michael Buchleitner, der ein Lied von seinem Kampf mit dem "inneren Bremser" singen kann. "Besonders beim Training hat er mich gebissen, aber ich bin sehr stolz, dass ich in meiner langen Laufbahn noch nie einen Wettkampf abgebrochen habe", ergänzt Buchleitner, der heuer wieder das Tempo für Läufer beim "Kärnten Läuft-Halb-Marathon" gemacht hat.

VIP-Bereich. Eine gelassene Stimmung breitet sich im VIP-Bereich aus. Die prominenten Läufer des "Kärnten Läuft"-Halbmarathon strahlen übers ganze Gesicht, jeder scheint mit seinem Lauf zufrieden zu sein. "Beim Halbmarathon selbst kommt der innere Schweinehund so gut wie gar nicht. Entweder beim beziehungsweise vor dem Training oder traditionellerweise beim Marathon, Kilometer 34", gesteht Klaus Pekarek, dessen Rezept eiserne Disziplin und Askese ist. "Nein, war - ich habe mir schließlich vorgenommen nach meinem 50er den Schweinehund des öfters mal gewinnen zu lassen." Wer's glaubt...

Mechanismus. "Dabei ist dieser Mechanismus, der in jedem von uns eingepflanzt ist, total wichtig. Er schützt uns nämlich vor einer permanenten Überforderung. Wir sollten ständig auf unseren Körper hören, um gesund Sport zu treiben", ist Ironman Organisator Stefan Petschnig fest überzeugt. "Der innere Schweinehund kann einfach leichter zubeißen, wenn man zu ehrgeizig ist", erklärt Kleine Zeitung Geschäftsführer Walter Walzl seine Art, den "steuerfreien Vierbeiner" gelassen in den Griff zu bekommen.

Schweinehund? Eine Strategie, die sich derzeit für Spitzenfußballer Emaunel Pogatetz nicht stellt: "Derzeit bin ich verletzt, aber auch wenn ich fit wäre, ginge es sich für mich nicht aus, einen Kärnten Läuft Halbmarathon zu laufen. Wir sind mitten in der Saison und solch ein Laufprogramm passt nur in die Vorbereitung." So wird der Kicker, wie so viele andere, anfeuernd an der Laufstrecke stehen und die Sportlerinnen und Sportler motivieren. "Das kann von höchster Bedeutung sein, wenn man mal ein Tief hat", weiß Kärnten Läuft Motor Gerhard Dörfler aus eigener Erfahrung und Gerd Matuschek vom LC Villach ergänzt: "In so einer Phase muss man mehr mit dem Kopf laufen und schauen, wie geht es dem Nachbarn und sich vorstellen, wie die letzten 500 Meter zum Ziel aussehen." Sein Fazit zum Lauf am Sonntag: "Heute haben alle Teilnehmer ihren Schweinehund zu Hause gelassen. In den nächsten Tagen dürfen sie ihn ruhig gewinnen lassen." Schlapfen statt Laufschuh! Ob das Team der Kleinen Zeitung dazu zu bewegen sein wird? Schließlich legten Hubert Gigler (1:41:11), Sabine Lausegger (1:44:38) und Heinz Traschitzger (1:51:28) Spitzenzeiten hin.


 




 

 

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