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    Zuletzt aktualisiert: 23.12.2012 um 20:28 UhrKommentare

    Er hat den Weg nicht abgekürzt

    Christian Troger, Kärntens Behindertensportler 2012, ist mit einem Bein und allen Sinnen der Sackgasse entkommen.

    Christian Troger

    Foto © GEPAChristian Troger

    Einst schwankte er zwischen den Polen des Daseins, und er fiel immer auf die falsche Seite. "Laufen von einem Gasthaus zum nächsten, ung'sund leben und Rauchen wie ein Schlot, das war mein Triathlon", beschreibt Christian Troger die Route in seiner individuellen grauen Vorzeit. Es sieht damals so aus, als wollte der junge Mann eine Abkürzung nehmen auf dem Weg durchs Leben, das ihn mit einem Startnachteil versehen hatte. Doch gerade, als der Lokaltourenzähler zu überdrehen droht, bremst ihn die unmittelbar ans Herz gelegte Bemerkung seines Arztes: "Wenn du so weitermachst, wirst du nicht alt." Weil ihm diese Zeche als zu teuer erscheint, macht Troger die Rechnung ohne den Wirt und schlägt die alternative Laufbahn ein. Die Umleitung führt den Kärntner aus der Sackgasse und schickt ihn auf die Reise durch die Instanzen der Leistungsgesellschaft. Bis hin zum international durchschlagenden Erfolg als Triathlet.

    Der Einstieg in die irdische Existenz ist keineswegs durchschnittlicher Natur. Entsprungen ohne linkes Bein und Hüftpfanne, scheint die Lebenskurve flach zu verlaufen, zumindest laut den medizinischen Erkenntnissen. Die Ärzte erklären den Eltern, der - zu diesem Zeitpunkt einjährige - Christian werde niemals gehen können. Schon zwei Monate später widerlegt der inzwischen mit einer Prothese ausgerüstete Bub den bescheidenen Ansatz und bringt Bewegung in die festgefahrenen Schulmeinungen der Experten. Er läuft, und wie. Das habe er seinem angeborenen unbändigen, rastlosen Willen zu verdanken. "Schon als Kleinkind war ich ungeduldig", weiß er aus Erzählungen seiner Mutter. In der Schulzeit ignoriert er konsequenterweise die für ihn keineswegs natürlichen Sachzwänge, wie etwa die Freistellung vom Turnunterricht. "Ich habe keine einzige Stunde versäumt."

    In späteren Jahren verliert Troger den Halt und stürzt ab. Das Leben läuft an ihm vorbei, bis er die Chance sieht und selbst gestaltend eingreift. Die Beobachtung eines Ironman weckt die von der ärztlichen Warnung auf Stand-by gestellten Alarmglocken. "Das sind keine Menschen." Da will er dazugehören, also entledigt er sich seiner Altlasten. "Ich habe die Zigaretten in den Papierkorb geworfen und von einem Tag auf den anderen zu rauchen aufgehört." Das war 2007. Fortan gehört das beinharte Training für den Angestellten der BH Spittal zum täglichen Brot.

    Einmal mehr nimmt Troger sofort laut gewordene Einwände nicht zur Kenntnis. Schwimmen? Machbar. Radfahren? Nicht ausgeschlossen. Aber Laufen? Keine Chance. Der Jung-Triathlet nimmt diese so provokant ausgelöste Herausforderung an und bewältigt 2011 beim Ironman Kärnten einen Marathon. Nicht aus Trotz, sondern zur Bestätigung des Möglichen. Für den Kärntner Behindertensportler des Jahres 2012 ist ein Bein die Grundlage seiner Existenz. Zwei würden ihn, so sagt er, einschränken. Das Handicap indes ist nicht selten wirtschaftlicher Natur, denn das Geld kommt oft stotternd des Weges. "Es ist sehr schwierig", sagt Troger. Aber er jammert nicht. "Ich bin Profi."

    HUBERT GIGLER

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