Sperrstunde beim Ironman
Der Ire Ger Shire (33) überquerte als letzter "Ironman" ganze sechs Minuten vor Mitternacht die Ziellinie. Und das, obwohl er schon aufgegeben hatte. Der Tag fand ein gutes Ende.

Foto © KLZ HasslerGer Shire
Die Nacht ist über den Klagenfurter Europa-Park hereingebrochen. Ruhe kehrt dennoch keine ein. Die Tribünen beim Ironman-Gelände sind prall gefüllt und die Athleten, die mittlerweile seit 16 Stunden unterwegs sind, werden frenetisch ins Ziel getragen. Es brodelt im Zielstadion. Nicht nur aufgrund der schwülen Luft, die sich im Laufe des Tages durch die tropischen Temperaturen angestaut hat.
Nur noch vereinzelt treffen die Iron-Männer und -Frauen ein. Das Teilnehmerfeld hat sich ausgedünnt. Sie quälen sich die letzten Schritte über die Zielrampe. Begleitet wird jeder Einzelne von den Einpeitschern Paul Kaye und Claudio Schütz. Sie missbrauchen fast schon ihre Mikrofone und feiern die Eisernen mit dem traditionellen "Youuu aaare an Ironmaaaaan!"
Während die einen schon ihren Liebsten in die Arme fallen, um Worte ringen, Tränen der Freude über die Wangen kullern, bemerkt man die Anspannung der Wartenden. Für die Familien und Freunde all jener, die noch unterwegs sind, hat das bange Warten begonnen. Die Zeit zerrinnt erbarmungslos und zählt an die 17-Stunden-Marke, der "Sperrstunde" des Ironman, heran.
"Youuu aaare an Ironmaaaaan!"
Die letzten zehn Minuten vor Mitternacht brechen an. Kaye und Schütz mobilisieren die letzten Kräfte: die der Athleten, die des Publikums und wie es scheint auch ihre eigenen. Ihre Stimmen veränderten sich und nähern sich auf der Tonleiter der Stufe "Reibeisen". Der große Auftritt von Ger Shire aus Irland nähert sich, er biegt soeben auf die Promenade des Metnitz-Strandes ein.
Der bullige Mann aus Irland wankt, aber er fällt nicht. Ger Shire (33) aus Limerick stolpert nach exakt 16:53:56 Stunden die Zielrampe wieder hinunter. Auch er wird als Allerletzter von Kaye und Schütz empfangen. "Youuu aaare an Ironmaaaaan!" Er ist ein stolzer Ironman. "Vielleicht etwas zu trinken", stammelt Shire mit einem flehenden Blick auf die Frage des Freiwilligen, ob er helfen könne? "Sitzen wäre ebenfalls ganz fein", sagt der Ire.
Es sei sein erster Ironman gewesen und wahrscheinlich sein letzter. "Aber das Gefühl, im Ziel zu sein, ist unbeschreiblich." Der Ingenieur wollte auf der Radstrecke schon aufgeben. Um die 40 Minuten lag er unter einem Baum, bis seine Freundin Michelle O'Sullivan ihn einholte. "Sie hat mich gerettet. Ich wollte einfach nur noch nach Hause. Sie brachte mich aber dazu, weiterzufahren." Und plötzlich steht auch Michelle da. Mit einem Jubelschrei begrüßen sich die beiden. Der harte Tag von Ger Shire findet ein gutes Ende.
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Aufgegeben
2369 Damen und Herren stürzten sich um 7 Uhr Früh in den Wörthersee. Aber 374 von ihnen gaben beim Schwimmen, Radfahren oder Laufen auf. Schuld an dieser hohen Zahl hatte die große Hitze. Nur der gesunden Einstellung der Aktiven ist es zu verdanken, dass es nicht mehr waren. Alle drosselten das Tempo, wenn der Körper es verlangte.
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Gefrorenes
1500 Kilogramm Eis verbrauchten die Aktiven beim Ironman. Die ersten 500 Kilogramm waren nach zwei Stunden verbraucht. Eine Tonne wurde nachgeliefert.











