Einsamer Tag für zwei Rekordler
Marion Vanhoenacker gewann mit Streckenrekord von 7:52:05 Stunden in Klagenfurt, Eva Dollinger mit persönlicher Bestzeit von 9:18:50.

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Michael Weiss Foto © KLZ
Sie schwammen. fuhren und liefen beim "Kärnten Ironman" in Klagenfurt das Rennen ihres Lebens. Sie gewannen beide mit einem Riesenvorsprung, sie siegten beide mit Rekorden - Marino Vanhoenacker (BEL) und Eva Dollinger (Tirol). Für seinen fünften Triumph in Serie am Wörthersee benötigte der Belgier 7:52:05 Stunden. Damit stellte der 33-Jährige neuen Streckenrekord auf, verfehlte den Weltrekord seines Landsmannes Luc Van Lierde - 7:50:27 Stunden aus dem Jahr 1997 - nur ganz knapp. Ob dieses "Fehlers" konnte sich Marino vorerst auch nicht richtig freuen, lag er minutenlang im Ziel auf dem Bauch, schüttelte den Kopf.
Erst nach der Gratulation durch seine neunjährige Tochter Jirte kehrte das Lächeln in sein Gesicht zurück. Auf dem Siegespodest sitzend begann er zur Musik zu steppen, sang die Songs mit. Nach der "Flower Zeremonie" machte sich Vanhoenacker noch immer Gedanken über den verpassten Weltrekord: "Ich wusste, ich muss den Marathon in 2:39-Stunden laufen. Also gab ich Gas, was ich konnte. Noch nie in meiner Karriere bin ich so lange alleine an der Spitze und so schnell gelaufen. So eine Chance auf den Weltrekord kommt in meinem Leben sicher nicht mehr." Eines musste der Belgier zugeben: "Ohne das beste Publikum der Welt wäre diese Zeit nicht möglich gewesen." Daher "drohte" er seinen Gegnern und versprach den Fans: "Ich komme 2011 wieder." Das freute auch Veranstalter Stefan Petschnig: "Marino ist ein Zugpferd, die Leute mögen ihn. Bei einem Menschen mit seiner Ausstrahlung zahlen wir gerne ein Startgeld."
Für eine neue österreichische Bestzeit sorgte Michael Weiss. In 8:14:50 Stunden belegte der Wiener Rang drei: "Das Schwimmen verlief nicht nach Wunsch. Erst auf dem Rad konnte ich aufholen. Den Marathon ging ich zu schnell an, nur dank der Zuschauer kam diese Platzierung zustande."
Einen Start-Ziel-Sieg feierte Eva Dollinger. Der erste Ironman-Erfolg der 32-Jährigen war einer mit Ansage. "Schon vor dem Rennen sagte ich zu meinem Mann und Trainer, wenn ich einen guten Tag erwische, wird es ein sehr einsames Rennen für mich." Die Tirolerin behielt recht, stieg schon als Erste aus dem Wasser: "Das überraschte mich selbst ein bisschen, denn das Schwimmen habe ich nicht so gut empfunden." Kaum auf dem Rad, merkte sie: "Meine Beine sind sehr gut, ich kann Gas geben." In der zweiten Runde war es damit vorbei: "Beim Anstieg zum Rupertiberg bekam ich Schmerzen im linken Oberschenkel. Ich musste das Tempo drosseln, locker dahin rollen."
WC-Stopp eingelegt
Beim Start zum Marathon meldete sich der Kopf: "Er sagte mir, du bist müde, die Beine sind schwer, die Strecke wird extrem lang. Erst nach langem Reden mit mir selbst fand ich den meinen Rhythmus." Den unterbrach ihr Magen: "Plötzlich bekam ich Schmerzen, musste sogar eine WC-Pause einlegen." Sorgen, Platz eins zu verlieren, machte sich Dollinger "nie, da ich immer wusste, wie weit ich vorne lag". Beim Ziel-Durchlauf blieb die Zeit bei 9:18:50 stehen: "Mit persönlicher Bestzeit zu gewinnen, setzt dem Heimtriumph die Krone auf." In den nächsten Tagen werden sie und auch Vanhoenacker den Urlaub genießen.
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Eva Dollinger Foto © KLZ/Elisabeth Peutz
Abschied
Der Österreicher Norbert Langbrandtner belegte in seinem Abschiedsrennen zehn Tage vor seinem 40. Geburtstag unmittelbar hinter Ottosen in 9:38:07 Stunden Gesamtplatz 30. Die Zeit war ihm bei seiner zehnten Klagenfurt-Teilnahme aber nicht von Bedeutung. "Ich habe durch einen Raddefekt rund eine halbe Stunde verloren, wollte aber unbedingt ins Ziel." Die Zielgerade absolvierte der dreimalige Staatsmeister Langbrandtner schließlich stilgerecht in Frack und mit Zylinder.















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