Pünktlich beginnt die Jagd
Im Vorjahr war es Hannes Hempel, heuer schießt sich die Nationale Anti-Doping Agentur knapp vor dem Ironman auf Mitfavoriten Michael Weiss ein.

Foto © GEPAMichael Weiss
Natürlich ist der Zeitpunkt ein Zufall, natürlich steckt dahinter keine Absicht. Das sagt die Nationale Anti Doping Agentur (Nada), die gestern - drei Tage vor dem Start des Ironman am Wörthersee - die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den Wiener Michael Weiss (29) bekannt gab. Die Ankündigung traf die Triathlon-Szene mitten ins Herz, Weiss gewann am 1. Mai als erster Österreicher überhaupt im US-amerikanischen Bundesstaat Utah einen Ironman-Bewerb.
Die Nada begründet ihr Vorgehen mit angeblichen Besuchen Weiss' beim Wiener Unternehmen Humanplasma, die allerdings bereits im Jahr 2005 stattgefunden haben soll.
"Dieses Vorgehen ist zum Kotzen. Die Nada missbraucht den Ironman, um sich zu profilieren. Die sollen ihre Hausaufgaben lieber während des Jahres machen", reagierte Ironman-Organisator Stefan Petschnig, der anfügt: "Wenn ein Athlet gedopt ist, muss er sofort gesperrt werden. Man kann aber nicht einfach Sportler denunzieren."
"Es ist immer der falsche Zeitpunkt"
Gernot Schaar, Vorsitzender der Nada-Rechtskommission widerspricht dem: "Ich habe den Ironman nicht rot im Kalender angestrichen. Es mag den Anschein haben, dass es Verzögerungen gegeben hat. Fakt ist, dass zügig gearbeitet wurde. Für die Betroffenen ist es immer der falsche Zeitpunkt." Die Nada werde auf jeden Fall vor dem Ironman über eine Suspendierung Weiss' entscheiden.
Weiss selbst gab sich kämpferisch: "Ich werde zu den Vorwürfen fristgerecht Stellung nehmen und rechne mit meinem Start. Die Nada beruft sich offenbar auf eine über ein Jahr alte Aussage Bernhard Kohls. Ich wurde niemals kontaktiert oder befragt. Deswegen finde ich es extrem unfair, was man mir als Athleten und dem Veranstalter so kurz vor dem Rennen antut."










