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Zuletzt aktualisiert: 12.07.2008 um 21:23 UhrKommentare

Aus Skeptikern wurden Befürworter

Am Sonntag feiert der Ironman Austria in Klagenfurt seine zehnte Auflage. Ein Jubiläum, das nach dem ersten Versuch fast auf der Kippe stand.

Foto © APA

Der Ironman in Kärnten ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Die Geburt war allerdings nicht einfach. Stefan Petschnig, der mit seinen Triathlon-Kollegen Helge Lorenz und Georg Hochegger 1998 diese für Kärnten außergewöhnliche Veranstaltung - die noch dazu aus Amerika kam- auf die Beine gestellt hatte, bekommt heute noch ein mulmiges Gefühl, wenn er an den ersten Triathlon denkt. Sponsoren zu finden war schwer - und wenn eine Firma zusagte, waren die finanziellen Leistungen derart gering, dass mit dem Geld gerade die Bananen für die Verpflegung gekauft werden konnte.

Das Starterfeld entsprach mit 124 Teilnehmern ganz und gar nicht den Vorstellungen des Triathlon-Trios. Die Skeptiker in der Politik und Wörthersee-Tourismus schienen Recht zu behalten. "Wir hatten schlaflose Nächte", erinnerte sich Petschnig, der damals im öffentlichen Bereich gerade Mal drei Befürworter ausmachte: Die Stadträte Dieter Jandl und Walter Gassner sowie den ehemaligen Chef der Kärnten Werbung, Ferdinand Posnik.

Ein Anruf im Herbst brachte die Wende für das Unternehmen Triathlon in Klagenfurt: Welt-Präsident Lew Friedland machte den Klagenfurtern das Angebot, die Ironman-Rechte übernehmen zu können. Die Kärntner griffen zu.

Steigerungen. Mit den Ironman-Status ging es bergauf. Waren es 1999 802 Athleten, die mitmachten, haben sich für den Ironman in diesem Jahr 2400 gemeldet, die heute 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km laufen wollen. Binnen 19 Stunden war er ausgebucht. Die Nenngebühr für den Tag der Leiden: stolze 350 Euro. Bringt über 600.000 - ein gutes Viertel des Budgets von 2,2 Millionen Euro. Fürs nächste Jahr müssen die Teilnehmer noch etwa tiefer in die Tasche greifen: 380 Euro sind für ein Mitmachen zu berappen. Sorgen, dass Startplätze übrig bleiben, brauchen die Organisatoren nicht zu haben. Aus der Sportart, die eigentlich individualistisch angelegt ist. hat sich eine Gemeinschaft geformt. Eine Szene, die sich bei großen Events trifft. So wie an diesem Wochenende in Klagenfurt. Mit mindestens 2.200 Teilnehmern (etliche der Gemeldeten verzichten im letzten Moment) und weit über 100.000 Zuschauern zählt der Ironman Austria zu den größten der Welt.

Viele fragen sich, was macht die Faszination dieser harten Ausdauerprüfung aus? Schließlich wagen immer mehr Breitensportler den Versuch, an ihre Leistungsgrenze zu gehen. Der Kampf gegen sich und seinen Körper, das Entwickeln von Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen sind quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten eine akzeptierte Herausforderung geworden. Eine Lebenshilfe, die mit Willen und Training offenbar von jedem erreicht werden kann, auch wenn für Ausdauer-Muffel nur schwer vorstellbar ist, worin der Reiz eines bis 17-stündigen Leidensweges liegt. Der Lohn für diese, für einen Normalsterblichen unvorstellbaren körperlichen Strapazen: Hinter der Ziellinie wird jeder zu seinem eigenen Helden.

Spezifikum. Dann gibt es noch ein besonderes Kärntner Spezifikum: die Anteilnahme der Menschen an diesem Ereignis, die zu Tausenden zum Start ins Klagenfurter Strandbad marschieren, die Radstrecke bevölkern und die Letzten gegen Mitternacht so euphorisch begrüßen, als wäre jeder einzelne gerade Olympiasieger geworden. "Wer einmal den Rupertiberg hinaufgefahren ist und die Gänsehautstimmung erlebt hat, der will im nächsten Jahr wieder dabei sein", erzählt der Kärntner Triathlet Gernot Seidl.

Jetzt wollen ohnehin alle dabei sein und es immer gewusst haben: Wenn es den Ironman in Klagenfurt nicht geben würde,, müsste man ihn erfinden. Auch die Skeptiker von damals.


10. Ironman Austria

  • Teilnehmer: 2400, 43 Nationen.
  • Bewerbe: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km (Marathon) Laufen.
  • Start: 7 Uhr, Strandbad.
  • Zieleinlauf: Ab ca. 15 bis 24 Uhr.
  • Im TV: 19.10 bis 19.55 Uhr ORF 1, 20.15 bis 22.45, ORF Sport+.

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Bei den Kindern ging's um den SpaßFoto © Weichselbraun

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Traussnig/KLZ

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