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Zuletzt aktualisiert: 12.10.2009 um 09:49 Uhr

"Kenia-Festspiele" beim Graz Marathon 09

7520 Läufer beim Graz-Marathon der Kleinen Zeitung: Der Sieg ging an den Kenianer Nixon Machichim. Der große Star war aber Damensiegerin Kiyara Rael.

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Quelle © KLZ Digital Nixon Machichim triumphiert beim Graz Marathon

Als sich um Punkt zehn Uhr, das Rekordteilnehmerfeld des Graz-Marathons der Kleinen Zeitung auf den Weg macht, da zeigte das Thermometer 14,5 Grad. "Die Bedingungen sind sensationell", schwärmte Rennleiter Hannes Langer, lehnte sich aus dem Fenster des Begleitautos und schrie stakkatoartig sein "run easy" in die kühle Herbstluft. Tempomacher Günther Weidlinger und eine sechsköpfige kenianische Spitzengruppe hielten sich an Langers Anweisungen. Leichtfüßig spulten sie Kilometer um Kilometer herunter - die Marschroute Richtung Streckenrekord stimmte. Ein Kunststück, das schlussendlich nicht gelang, die 2:12:25 Stunden des Äthiopiers Haiji Adilo Roba aus dem Jahr 1999 blieben wieder einmal unerreicht.

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Dafür spielte sich weiter hinten im Teilnehmerfeld Unglaubliches ab. Die Kenianerin Kiyara Rael legte mit ihren dünnen Beinchen ein schier unfassbares Tempo hin und zertrümmerte förmlich die Konkurrenz. Selbst Streckenrekordhalterin Eva-Maria Gradwohl (2:37:32 Stunden), die über die Halb-Distanz ins Rennen ging, konnte mit der zierlichen 26-Jährigen nicht mithalten. Als Gradwohl in 1:16:56 Stunden nach 21 Kilometern als Halbmarathon-Siegerin ins Ziel lief, da war Kiyara schon auf der zweiten Schleife. Detail am Rande. So schnell wie die Kenianerin (Durchgangszeit 1:14:41) lief noch keine den Halbmarathon.

Weltklasse-Rekord

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Die bange Frage, die sich viele der tausenden Zuschauer am Streckenrekord stellten: Wird sie dieses atemberaubende Tempo halten können? Sie konnte. Die Siegerzeit von 2:33:02 Stunden bedeutet nicht nur neuen Streckenrekord, sie verdient auch das Prädikat "Weltklasse". Zurück zu den Herren. Im Schatten von Kiyara Rael lieferten sich deren Landsleute ein packendes Rennen. Eingangs der zweiten Runde war es noch ein Sextett, das um den Sieg kämpfte. Das sollte sich bald ändern. Als erster der Mitfavoriten riss Kiplimo Philip Serem nach 27 Kilometern ab. Und als nach 34 Kilometern auch der zweite große Sieganwärter Samuel Njoroge Probleme bekam, war das eine Vorentscheidung.

Die beiden Außenseiter Julius Kuto und Nixon Machichim liefen Seite an Seite und alles schien auf einen Zweikampf bis zur Ziellinie hinzudeuten. Einziger Wermutstropfen, in der Marschroute Richtung Rekord lag man hinten. Hannes Langer wurde zunehmend aufgeregter. "Come on and push", feuerte er die beiden Läufer leidenschaftlich an. Nach 36 Kilometern die Entscheidung. Machichim nützte eine Schwäche seines Gegners und lief solo nach 2:13:26 Stunden ins Ziel.

Rot-weiß-roter Jubel

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Eva-Maria Gradwohl bleibt die Lauf-Königin von Graz. Die Oststeirerin feierte beim achten Antreten ihren siebenten Sieg. Nach insgesamt fünf Marathon-Erfolgen war die Oststeirerin das zweite Mal über die Halbmarathon-Distanz nicht zu biegen. "Schwere Beine" ließen aber nur eine Zeit von 1:16:56 zu. Nächstes Ziel? "In zwei Wochen will ich in Casablanca das Limit für die Marathon-EM 2010 in Barcelona laufen", so Gradwohl. Die Vorgabe: 2:37:00.

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Sichtlich zufrieden war auch Günther Weidlinger: Er gewann den Halbmarathon in der neuen Streckenrekordzeit von 1:05:04 Stunden. "Ich bin echt überrascht. Nach einer langen Verletzungspause kann ich erst seit ein paar Wochen planmäßig trainieren", nennt der Olympia-Teilnehmer sein nächstes Ziel: "In zwei Wochen soll in Frankfurt das Marathon-EM-Limit für Barcelona 2010 fallen. Gefordert sind dort 2:16:00 Stunden."

Der Titel "Schnellster Steirer" ging diesmal an den Murauer Jürgen Kropf. In 2:29:55 (10.) verbesserte der 29-jährige Zimmerer seine persönliche Bestmarke um sieben Minuten. "Ich habe gespürt: Das wird mein Tag", strahlte Kropf.

Auch im Marathon der Damen gab's für Österreich etwas zu feiern: Die Niederösterreicherin Notburga Brandstetter lief in 3:01:27 Stunden auf Platz drei. Ihr Fanklub jubelte im Ziel mit "Burgi, Burgi"-Sprechchören. Bester Österreicher bei den Herren war einmal mehr Erich Kokaly. Der Villacher wurde in 2:26:25 toller Achter. "Eine 2:26er-Zeit mit 42 Jahren - da muss man zufrieden sein. Dabei hatte ich ab Kilometer 30 einige Probleme", ließ Kokaly wissen.

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