Wiesberger: "Wusste, bin gut genug, um zu gewinnen"
"Die Erwartungen waren sehr hoch. Ich hab so einen Faible für den letzten Putt wenn es um den Turniersieg geht und zu meinem Caddie gesagt, den hau ich jetzt rein. Und so war es dann auch."
1 / 44
Frage: Sie sind mit vier Schlägen Rückstand in die letzte Runde
gegangen und haben dennoch klar gewonnen. Ihr Finish war überragend.
Schildern Sie bitte die Runde aus ihrer Sicht.
Wiesberger: "Es war geniales Golf zur richtigen Zeit. Anfangs hatte
ich auch gedacht, dass ich zu weit hinten bin. Ich habe mich auf Loch
neun aber neu fokussiert und ab da immer die richtigen Schläge im
richtigen Moment gemacht. Dass ich die letzten zehn Löcher sieben
unter Par spiele, hätte ich aber nie gedacht. Mein Ziel war, mich so
weit wie möglich vorne zu platzieren und mich für die
PGA-Championship zu qualifizieren. So ein Finish ist natürlich
unglaublich."
Frage: Sie spielen so kontrolliert, nach dem letzten langen
Birdie-Putt sind aber auch Sie ungewohnt emotional geworden. Warum?
Wiesberger: "Die Erwartungen in mich waren sehr hoch. Ich hab so
einen Faible für den letzten Putt wenn es um den Turniersieg geht und
zu meinem Caddie gesagt, den hau ich jetzt rein. Und so war es dann
auch. Vor österreichischem Publikum ist das besonders geil. Die Fans
waren unglaublich und haben mir sehr geholfen. Ich bin während der
Runde sehr kontrolliert, irgendwann muss es dann aber raus."
Frage: Dabei war das Turnier spätestens ab Loch 15 fast nur noch ein
Matchplay gegen Thomas Levet, oder?
Wiesberger: "Ich dachte zunächst, dass (der führende/Anm.) Thorbjörn
Olesen noch einige Birdies machen und wegziehen wird. Als ich aber
sah, dass ich nur einen Schlag hinten bin, habe ich auf scharf
gestellt und versucht, zu pushen weil ich wusste, dass die Zuschauer
auf meiner Seite sind. Ich hatte aber auch zweimal Glück. Ein Mal
hatte ich das perfekte Yardage, ein Mal ist der Ball vom Baum
zurückgesprungen. Aber wenn du ein Turnier gewinnen willst, brauchst
du auch Glück und darfst nicht zurückziehen."
Frage: Mit neuem Trainer und Freundin scheint ihr Umfeld sehr
harmonisch zu sein. Ist das mit ein Grund für die Erfolge?
Wiesberger: "Sicherlich. Auch wenn die letzten zwei Monate nach
meinem Premierensieg sportlich nicht so gut waren. Ich habe nicht auf
dem Level weitergespielt, wie ich es gerne gehabt hätte. Umgekehrt
gibt es Wochen, wo alles passt. Ich habe jetzt hier in Atzenbrugg
acht Runden in Serie unter Par gespielt. Der Platz liegt mir also.
Und es stimmt, mein Umfeld ist sehr positiv und die Dinge, an denen
ich gezielt arbeite, funktionieren."
Frage: Was bedeutet der Sieg und wie geht es weiter?
Wiesberger: "Jeder Sportler und speziell Golfer will sein
Heimturnier gewinnen. Natürlich war Korea größer, ich würde den
Heimsieg aber emotional auf jeden Fall darüber einreihen. Ich habe
gewusst, dass ich gut genug bin, dieses Turnier zu gewinnen. Ich
wollte mich unbedingt für das erste Major qualifizieren, auch das
sollte gelungen sein. Ich muss noch am Abend meines Sieges für zwei
Wochen packen und Sonntagvormittag nach Toronto. Ich freu mich auf
die USA."











