Über Leiden und Comeback des Uli W.
Man hatte ihn schon oft abgeschrieben. Nach fürchterlichem Autounfall schien seine Karriere zu Ende. Am Freitag ist Uli Weinhandl (36) bester Österreicher der Challenge-Tour in Seltenheim.

Foto © GEPAUli Weinhandl
Das 14. Loch, ein fast 500 Meter langes Par 5, gehört zu den kniffligsten der Golfanlage Seltenheim. Hobby-Golfer scheitern nicht selten schon am breiten Graben zwischen Abschlag und Fairway. Für Profis gilt es, Teich und Schilfgürtel, die sich endlos entlang der rechten Seite ziehen, nicht zu nahe zu kommen.
Um Zentimeter
Für die Runde von Uli Weinhandl war das 14. Loch irgendwie symptomatisch. Nach einem soliden Abschlag auf die "sichere" Seite lag sein Ball gut 200 Meter vom Grün entfernt. Nach einem schnurgerade Schlag mit einem so genannten 3er-Holz fehlten nur noch zweieinhalb, drei Meter zur Fahne. Zum Eagle (zwei Schläge unter Par) fehlten dann zwar ein paar Zentimeter. Aber das erste von sechs Birdies war Grundstein zu jenem Score, mit dem Uli Weinhandl bei den "Kärnten Golf-Open" als bester Österreicher - geteilter 17. Platz, vier Schläge hinter Spitzenreiter Jeppe Huldahl aus Norwegen - in die zweite Runde geht. "Es war nicht perfekt, aber es war gut", sagte Weinhandl bescheiden, nachdem er in den letzten beiden Jahren in Seltenheim an Cut und Final-Wochenende gescheitert war.
Auch die letzten Wochen seien "eher mäßig" gewesen, sagt Weinhandl. Ausgenommen jene Runden, mit denen er sich vor ein paar Tagen für die "St. Omer Open", ebenfalls eines der European-Turniere, qualifiziert hat. Aber ein ständiges Auf und Ab, das ist für Uli Weinhandl ohnehin nichts Neues.
Bange Zeiten
Zuerst ein schwerer Motorradunfall (2001), dann hat es ihn beim Schifahren zerlegt (2004) und schließlich der fürchterliche Unfall mit einem Mietauto vor viereinhalb Jahren in Neuseeland, als er frontal gegen ein Pick-up gekracht war. Die Feuerwehr musste Weinhandl aus den Trümmern schneiden. Handgelenk und drei Mittelfußknochen waren zertrümmert, die Karriere schien zu Ende zu sein.
Aber Uli Weinhandl hat sich verbissen zurückgekämpft. Er hat eineinhalb Jahre später die "Lyoness Open" gewonnen und 2010 in Maria Lankowitz den Sieg mit dem allerletzten Putt verschoben. Mit welchen Gefühl er in die zweite Runde abschlägt? Kommt da Nervosität auf? "Nein, nein. Es ist mehr eine Euphorie", freut sich Uli Weinhandl.
Features
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Zur Person:
Uli Weinhandl
Geboren: 24. Mai 1976 in Oberwart, Burgenland.
Eckdaten: Seit 1998 Pro (derzeit beim GC Bad Waltersdorf). Größte Erfolge: Platz 3 Nigeria Open 1998, u. a. Sieg Fontana Open 2000, Match Play Masters 2001, Lyoness Open 2009 und Omnium of Belgium 2010, 2. Platz Gösser Open 2010 in Maria Lankowitz (alles Alps Tour). - Weltrangliste: Platz 1457, Challenge-Tour-Rangliste: 214.










