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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2010 um 23:01 UhrKommentare

In einem Flight mit dem "Tiger"

Donnerstagnacht startet Tiger Woods beim US-Masters in Augusta sein Comeback. Markus Brier erinnert sich, wie es ist, mit dem Superstar in einem Flight zu spielen.

Ein Bild aus vergangenen Tagen (2000): Markus Brier und Tiger Woods

Foto © GEPA/Andreas SchaadEin Bild aus vergangenen Tagen (2000): Markus Brier und Tiger Woods

Das Warten hat endlich ein Ende. Tiger Woods schlägt Donnerstagnacht beim US-Masters in Augusta in sein mit Spannung erwartetes Comeback ab. Mit dem "Tiger" nehmen die Herrschaften K. J. Choi und Matt Kuchar im vorletzten Flight die heimtückischen 18 Loch in Angriff - und laut Österreichs Paradegolfer Markus Brier sind die beiden nicht zu beneiden.

2007 bei den British Open kreuzte der Wiener die ersten beiden Runden mit Woods in einem Flight die Schläger, am Ende landeten beide auf dem geteilten 12. Platz. "Ich kann mich erinnern, dass ich vorher drei Mal interviewt wurde, wie es ist, mit Woods zu spielen. Das war lästig und schwer zu beantworten, weil ich ja noch nicht mit ihm gespielt hatte", grinst Brier.

Alles in Bewegung

Woods wäre nicht überheblich, aber ruhig gewesen. "Wir haben nur Small Talk betrieben", erzählt der Österreicher. Choi und Kuchar prophezeit er aber einen schweren Gang: "Normalerweise begleiten einen Flight vier Offizielle, bei Woods sind es 30. Und dazu kommen noch die vielen Fans. Das Problem ist: Sobald er geschlagen hat, beginnt sich alles zu bewegen. Da ist es schwer, sich zu konzentrieren."

Wegen seiner außerehelichen Eskapaden verurteilt Brier den Superstar nicht. "Ich war nur sehr überrascht. Er muss es auf alle Fälle gut gemacht haben, um es so lange zu verheimlichen. Jetzt muss man ihn aber in Ruhe lassen, jetzt steht wieder der Sport im Vordergrund." Seine privaten Sachen müsse er sich mit seiner Frau und seinen Sponsoren ausmachen. "Da hat er doch einiges an Geld verloren. Ich sehe ihn auf alle Fälle als Golfer, alles andere ist mir im Prinzip egal. Ich stelle ihn wegen des Skandals nicht an den Pranger."

Dass der "Tiger" gleich bei seinem Comeback das Masters zum fünften Mal gewinnen kann, glaubt der 41-jährige Betriebswirt nicht. "Er wird Highlights setzen, mehr nicht. Zwar hat er die Klasse, um fünf Monate Pause zu übertauchen, aber das Rundherum wird ihm zusetzen. Meine Favoriten sind Phil Mickelson, Ernie Els oder Jim Furyk - die sind derzeit in Topform." Brier selbst hat noch nie in Augusta gespielt, "aber es ist ein Ziel von mir. Solange ich noch aktiv bin, möchte ich einmal dort abschlagen. Allerdings muss man dafür unter den Top 50 der Welt stehen - und davon bin ich derzeit leider weit entfernt."

Von Null zum Cut

Denn bei Österreichs Nummer eins klemmt es gewaltig. "Die Ergebnisse stimmen seit einem halben Jahr nicht, bei den letzten sechs Turnieren habe ich nur einmal gecuttet", seufzt die Nummer 178 im "Race to Dubai". Wie er sich aus der Krise spielen will? "Ich muss alles auf null runterfahren und neu anfangen. Derzeit sind bei meiner Technik wieder Kinderkrankheiten akut. Mental gesehen muss ich versuchen, alles Bisherige zu vergessen. Da arbeite ich viel über das Unterbewusstsein." Über den Auslöser für die Talfahrt rätselt Brier, der sogar seine Schläger gewechselt hat, selbst. Nur so viel weiß er: "Ich denke zu viel nach."

Und was passiert, wenn Österreichs einziger European-Tour-Spieler heuer die Karte verliert? "Ich höre bestimmt nicht auf, dafür fühle ich mich noch zu jung. Ich würde versuchen, mich über die Tourschool oder die Challenge Tour zurückzukämpfen. In dieser Situation waren schon einige meiner Freunde - und sie haben es alle geschafft."

ALEXANDER TAGGER


US-MASTERS 2010

Termin:
8. bis 11. April.

Spielort:
Augusta National Golf Club, US-Bundesstaat Georgia.

Teilnehmerzahl:
96.

Klubgründer:
Bobby Jones und Clifford Roberts.

Klubpräsident:
William Porter "Billy" Payne.

Mitgliederzahl:
geheim (rund 300; keine Frauen); jährlicher Mitgliedsbeitrag: zwischen 25.000 und 50.000 Dollar.

Kurs:
Par 72/7435 Yards/ 6799 m.

Preisgeld:
7 Millionen Dollar

Titelverteidiger:
Angel Cabrera (ARG).

Blütenpracht als Qual für Allergiker

Der Golfklub in Augusta ist nicht nur für seine 300 Meter lange Magnolia Lane, sondern auch für seine Tausenden Blumen bekannt.

Diese haben aufgrund der warmen Temperaturen (33 Grad) bereits jetzt ihre volle Blütenpracht entfaltet und dürften wieder für alle Allergiker wie auch Tiger Woods zur Qual werden.

Den traditionellen Ehrenabschlag nehmen diesmal die beiden Legenden Arnold Palmer (80) und Jack Nicklaus (70) vor, 2009 siegte Argentinier Angel Cabrera mit 276 Schlägen im Stechen am zweiten Extraloch gegen Chad Campbell und Kenny Perry.

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