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Zuletzt aktualisiert: 03.04.2010 um 18:11 UhrKommentare

Die Tiger-Jagd ist wieder eröffnet

Tiger Woods gibt am Donnerstag in Augusta beim US-Masters sein Comeback. Die Rückkehr des Superstars sorgt für große Erleichterung: Bei den Veranstaltern, den Sponsoren und auch den Fans.

Die Frage: Kann Woods nach seiner Zwangspause gleich wieder jubeln?

Foto © ReutersDie Frage: Kann Woods nach seiner Zwangspause gleich wieder jubeln?

Franz Wittmann fällt durchaus in die Kategorie "beneidenswert". Als Präsident des österreichischen Golfverbandes erhielt das ehemalige Rallye-Ass, das am Mittwoch seinen 60. Geburtstag feiert, von Augusta eine Einladung und darf vom 8. bis 11. April bei der 74. Auflage des US-Masters den besten Golfern dieser Welt bei ihrer elitären Arbeit auf die Schläger schauen. Damit nicht genug: Nach dem finalen Putt am Sonntag wird Wittmann auch die Ehre zuteil, dem Sieger höchstpersönlich kräftig die Hand zu schütteln. Die Antwort auf die sich aufdrängende Frage: "Ja, natürlich würde ich bei der Siegesfeier am liebsten Tiger Woods gegenüberstehen."

Kollektives Aufatmen

Prinzipiell möglich ist es ja, hat der Superstar doch nach seinen privaten Eskapaden sein heiß ersehntes Comeback beim ersten Major-Turnier des Jahres angekündigt. Ob der 34-Jährige nach all dem Rummel um seine Person in den letzten Monaten sowie dem bevorstehenden Hype gleich wieder zur Höchstform auflaufen wird, darf jedoch bezweifelt werden. Doch steht die Frage nach dem möglichen fünften Masters-Titel von Woods diesmal gar nicht im Vordergrund. Vielmehr dominiert eine Welle des kollektiven Aufatmens - bei den Veranstaltern, den Sponsoren und den Fans.

Nach dem Verlust seines Saubermann-Images brach nicht nur die Welt des "Tigers" zusammen, auch der Alltag der Profigolfer drohte zu kollabieren. Denn ohne Woods ist vor allem in den marktführenden USA der Golfsport, der 2016 erstmals olympisch ist, höchstens noch die Hälfte wert. So beschrieb es der zweifache Major-Sieger John Daly auch ganz treffend: "Man sagt zwar, es gäbe nichts Größeres als das Golfen selbst. Doch Tiger ist größer."

50 Prozent Rückgang

Die Verhandlungen mit Titelsponsoren und TV-Stationen gestaltete sich nach der Veröffentlichung von Woods' Doppelleben so schwierig wie noch nie. Kein Wunder, waren die Einschaltquoten doch bereits Monate zuvor wegen der verletzungsbedingten Zwangspause des Weltranglisten-Ersten gleich um 54 Prozent gefallen. Und auch vor Ort bei den Turnieren tummelten sich um 25 Prozent weniger Fans. "Natürlich haben wir schon in der Vergangenheit Turniere ohne Tiger ausgetragen. Aber wir alle wissen, wie viel besser sie laufen, wenn er ein Wochenende in Höchstform ist", betont etwa Sean McManus, Präsident des US-Netzwerksenders "CBS Sports and News".

Als der Afroamerikaner im Spätsommer 1996 ins Profilager wechselte, schüttete die US-PGA-Tour 65 Millionen Dollar Preisgeld aus. 2009 waren es 275 Millionen - und diese Vervielfachung hat nur einen Grund: Tiger Woods, der mit seinem guten Aussehen, gewinnenden Lächeln, seinem multikulturellen Erbe und seiner spektakulären Art Golf zu spielen und Turniere zu gewinnen, die Massen in den Bann zog.

Halb so schlimm

Berechnungen, die zu Beginn des heurigen Jahres von einem Fehlen des Ausnahmekönners in der gesamten Saison 2010 ausgingen, prophezeiten der PGA-Tour und den Ausrüstern (vorrangig Nike) einen Verlust von 591 Millionen Dollar. Ganz so schlimm wird es nun nicht kommen. Im Gegenteil, das Geschäft wird wieder blühen und auch das G'riss um den Tiger sich normalisieren. Und der Amerikaner, der in der Nacht auf Montag in Augusta seine erste Pressekonferenz gab, macht keinen Hehl daraus, dass er sich auf sein Comeback freut: "Ich habe das Spiel vermisst und bin aufgeregt, die Jungs wieder zu sehen", sagte der 14-fache Major-Sieger, der sich 1997 mit 21 Jahren und 104 Tagen mit Rekordvorsprung von 12 Schlägen zum jüngsten Masters-Triumphator aller Zeiten gekürt hatte, im Vorfeld.

Bleibt noch die Frage, ob auch seine Frau Elin in Augusta auftreten wird. Die Antwort: Grundsätzlich nein, doch Woods ist immer für Überraschungen gut...

ALEXANDER TAGGER

Grafik

Grafik © APA

Grafik vergrößernSteckbrief von Tiger WoodsGrafik © APA

74. US-Golf-Masters

  • Termin: 8. bis 11. April
  • Spielort: Augusta National Golf Club, Georgia
  • Klub-Gründer: Bobby Jones und Clifford Roberts
  • Klub-Präsident: William Porter "Billy" Payne
  • Mitgliederzahl: geheim (rund 300; keine Frauen); jährlicher Mitgliedsbeitrag: zwischen 25.000 und 50.000 Dollar
  • Kurs: Par 72/7435 Yards/6799 m
  • Preisgeld: 7 Millionen Dollar
  • Titelverteidiger: Angel Cabrera (ARG)

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