Gar kein Ruhetag
Der erste spielfreie WM-Tag war keineswegs geeignet zum Durchschnaufen. Denn mit einer Reise nach Soweto ist das Tagesprogramm vollkommen erschöpft.

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Gewiss wurde das Apartheid-Regime in Europa als Unrechtsherrschaft wahrgenommen. Im Hector-Pieterson-Museum aber wird mir, wenn ich die Bilder der Opfer des Apartheid-Regimes ansehe und die Originaltöne dazu anhöre, erst so richtig bewusst, welche Leiden die schwarze Bevölkerung erdulden musste. Die Aufnahmen von den toten Kindern brechen einem das Herz und der Gedanke, dass der Nationalheld Nelson Mandela von seinem 44. bis zum 71. Lebensjahr auf einer Insel inhaftiert war, erschüttert noch immer.
Es gibt keine günstigere Gelegenheit als eine Fußball-Weltmeisterschaft, um die vielfältigen Probleme eines Landes wie Südafrika in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Die im Vorfeld in Europa immer wieder kolportierten Horrorgeschichten über die Kriminalität können die Einheimischen, mit denen ich spreche, ganz und gar nicht nachvollziehen. Tatsächlich werde ich, wo immer ich hinkomme, mit bei uns in dieser Form unbekannter Herzlichkeit aufgenommen. Wie auch gestern in Soweto. Die Armut ist aber ohnehin überall spürbar, nicht nur in Soweto. Bei jeder Gelegenheit will jemand mein Auto waschen oder er bittet einfach um 20 Rand (2 Euro) für eine Mahlzeit.
Ein heimischer Begleiter ist natürlich sehr hilfreich. Mein Dank gilt David, der hier in der Safari-Lodge arbeitet und sich in Soweto als kundiger Führer erwies.
















