Eine Trommel und viel Wirbel
Waren da nicht Trommelwirbel herauszufiltern aus dem massigen Vuvuzela-Einheitsbrei? Richtig. Aber es war kein afrikanisches Instrument...

Foto © Reuters
Ich erinnerte mich nämlich wieder an dieses hier exotisch klingende Geräusch, als mir nach dem spanischen Schauspiel gegen Honduras kurz vor Mitternacht der traditionellste und vermutlich auch berühmteste Fan der Welt über den Weg lief: Manolo, el "bombo". Noch in voller Ausstattung, natürlich, mit Umhang und Sportgerät. Bei der Gelegenheit erzählte er, dass er einst, vor 32 Jahren, am 16. Juni 1982, bei der Heim-WM in Valencia zum ersten Mal als WM-Trommler aufgetreten ist. Der damalige Gegner: Honduras. Das Ergebnis, mager: 1:1.
Den gestrigen Fußball-Feiertag widmeten die Südafrikaner sich selbst. Schon seit den frühen Morgenstunden rollten Blechkarawanen von Johannesburg Richtung Bloemfontein. Die Staus bei den Mautstellen und die Tankpausen wurden anstandslos überbrückt mit dem inzwischen weltbekanntesten aller WM-Sounds. Auf der mehr als 400 Kilometer langen, gut ausgebauten Strecke herrscht vor allem Landschaft. Aber dort, wo sich Menschen aus nicht näher definierten Gründen angesiedelt haben, jubelten sie, vor allem Frauen und Kinder, den Vorbeifahrenden zu. Es war ein Bild purer Freude und Ausgelassenheit, wie sie in Österreich - hatte ja die Chance einer Europameisterschaft- nicht vorstellbar ist. Mein gestriger Sitznachbar auf der Tribüne, ein englischer Kollege, meinte zur damaligen Stimmung, lapidar vergleichend: "Es gab sie vor allem nicht in Klagenfurt." Er war bei der Euro da. Herzlichst, Hubert Gigler.
















