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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2010 um 09:30 UhrKommentare

Uruguay und Paraguay: Zwei im Hoch

Uruguay und Paraguay als Überraschungen der WM: Während die einen an lang vergangene, weltmeisterliche Hoch-Zeiten anschließen, erklimmen die anderen neue Höhen.

Der eine soll Uruguay nach langer Zeit ganz nach oben führen, der andere will weiter über historische Siege mit Paraguay jubeln: Diego Forlan und Nelson Valdez

Foto © APA/Reuters/Montage KLZ DIGITALDer eine soll Uruguay nach langer Zeit ganz nach oben führen, der andere will weiter über historische Siege mit Paraguay jubeln: Diego Forlan und Nelson Valdez

Paraguay

Die "Albirroja" (die Rot-Weißen) beschreitet in Südafrika Neuland. Trotz WM-Dauerkarte - Paraguay ist zum vierten Mal in Folge für die Endrunde qualifiziert - kamen die Südamerikaner nie über das Achtelfinale hinaus. Bis Südafrika 2010: Diesmal schaffte Paraguay den Sprung ins Viertelfinale - dort wartet Spanien. Mit dem richtigen Konzept glauben die Paraguayer aber auch gegen den Europameister bestehen zu können.

Trainer: Gerardo Martino, auch "El Tata" (der Großvater) genannt, ist seit 2007 Paraguays Teamchef. Unter Trainern gilt der 47-Jährige als Taktikfuchs, der in seinem Heimatland Argentinien lange unterschätzt wurde. Bescheiden ist er außerdem: Auf die Frage, was ihm die erfolgreiche WM-Qualifikation bedeutet, sagte er: "Das ist das Größte. Jetzt kann ich beruhigt sterben."

Taktik: Nur ein Gegentor in vier Spielen spricht eine klare Sprache. Paraguay setzt traditionell auf Torsicherung und versucht, eher den Spielfluss des Gegners zu unterbinden, als selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Der Erfolg gibt ihnen recht: Drei geschossene Tore reichten den Südamerikanern zum Einzug in das Viertelfinale.

Schlüsselspieler: Die Defensive allein gewinnt keine Spiele. Die Tore soll die Offensive besorgen, die bisher zwar noch nicht groß aufgespielt hat, mit dem Dortmund-Duo Nelson Valdez und Lucas Barrios sowie Roque Santa Cruz aber stark besetzt ist. Den Kern des Teams bilden Tormann Justo Villar, Paulo Da Silva und Cristian Riveros, die 17 der 18 Qualifikationsspiele bestritten. Erwartungshaltung. Seit dem Einzug in das Viertelfinale herrscht in Paraguay Ausnahmezustand. Zehntausende feierten den Sieg auf den Straßen, fielen sich in die Arme, der Verkehr in der Hauptstadt Asuncion kam zum Erliegen. "Der Jubel hallt über Paraguay", titelten die Medien nach dem größten Erfolg der WM-Geschichte - und hoffen auf mehr.

Uruguay

Die "Celeste" (die Himmelblauen) hofft, nach dem Sprung ins Viertelfinale an ihre große Vergangenheit anzuknüpfen. Schließlich sind die Urus bei Weltmeisterschaften keine Unbekannten. 1930 kürten sie sich im eigenen Land zum allerersten Fußball-Weltmeister, 1950 folgte der zweite Streich. Danach kam lange nichts. In Südafrika steht Uruguay jetzt zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder in einem WM-Viertelfinale - und träumt sogar vom dritten Titel.

Trainer: Qualität muss nicht unbedingt teuer sein. Das stellt derzeit "El Maestro" Oscar Tabarez eindrucksvoll unter Beweis. Mit einem Jahressalär von 280.000 Euro brutto kassiert der 63-Jährige 40 Mal weniger als Fabio Capello, der mit England schon im Achtelfinale die Segel streichen musste. Tabarez genießt bei seinen Spielern und auch international größtes Ansehen.

Taktik: Vor wenigen Jahren noch als "wilde Treter" verschrien, haben sich die Urus inzwischen zu taktischen Feinspitzen gemausert. Ein einziges Gegentor kassierten sie im bisherigen Turnier. Dass trotz des Defensivkonzepts das Offensivspiel nicht zu kurz kommt, ist dem "Traumpaar" in der Offensive zu verdanken: Diego Forlan und Luis Suarez.

Schlüsselspieler: Auch wenn die Defensivarbeit bei der Truppe von "El Maestro" groß geschrieben wird: Mit Diego Forlan (Atletico Madrid) und Luis Suarez (Ajax Amsterdam) bilden ohne Wenn und Aber zwei Stürmer die Dreh- und Angelpunkte der Mannschaft. Fünf der sechs WM-Tore (drei Mal Suarez, zwei Mal Forlan) gehen auf das Konto des perfekt harmonierenden Sturmduos. Erwartungshaltung. Zehntausende strömten im kleinsten noch im Bewerb befindlichen Land nach dem Sieg über Südkorea auf die Straßen der Hauptstadt Montevideo. "Ich hoffe, dass die Feier weitergeht", sagt Tabarez, für den sogar der Titel möglich ist: "Wir sind davon überzeugt, dass wir gewinnen können."


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