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    Zuletzt aktualisiert: 08.07.2010 um 12:42 UhrKommentare

    Das "Leiden" von "Schweini" an der Finalschwelle

    Er wollte unbedingt "mit etwas in der Hand", und zwar der WM-Trophäe, nach Deutschland heimkehren und sich mit seinen Kollegen von Millionen schwarz-rot-goldener Fans feiern lassen.

    Bastian Schweinsteiger

    Foto © APBastian Schweinsteiger

    Der "emotionale Leader" litt nach dem 0:1 gegen Europameister Spanien im WM-Halbfinale am meisten. Nach dem Schlusspfiff in Durban sank Bastian Schweinsteiger wie ein Boxer nach dem K.o.-Schlag zu Boden, verdeckte das Gesicht mit den Händen, kauerte wie ein Häufchen Elend minutenlang auf dem Rasen des Moses-Mabhida-Stadions. Wieder nichts - wie 2006, wie 2008 und wie erst vor 46 Tagen im verlorenen Champions-League-Finale mit dem FC Bayern gegen Inter Mailand. "Natürlich ist es immer blöd, wenn man kurz davor steht und dann verliert", stöhnte der Münchner. Aus Südafrika wollte er unbedingt "mit etwas in der Hand", und zwar der WM-Trophäe, nach Deutschland heimkehren und sich mit seinen Kollegen am Brandenburger Tor von Millionen schwarz-rot-goldener Fans feiern lassen. Doch erneut zerschellte die Hoffnung an den Spaniern. "Gegen die beste Mannschaft der Welt kann man verlieren, aber es ist natürlich bitter, wenn man so verliert", kommentierte Schweinsteiger.

    Auch er vermochte in seinem 80. Länderspiel nicht mehr als der Dominator in Erscheinung treten, wie er es bei den famosen Siegen gegen England und Argentinien getan hatte. "Auch wenn alle sagen, dass wir ein tolles Turnier gespielt haben, sind wir doch sehr geknickt." Und er war "verärgert", weil man "kurz vor dem Finale" "nicht so gespielt hatte, wie man es eigentlich vorhatte". Ob beim WM-Sommermärchen 2006 gegen die abgezockten Italiener, ob 2008 im EM-Finale gegen Spanien und zuletzt in der Champions League - der letzte Schritt zum internationalen Titel blieb Schweinsteiger bisher stets verwährt. Bei der EM 2012 und der WM 2014 kann der fast 26-Jährige weitere Anläufe unternehmen. "Natürlich hat unsere Mannschaft eine große Zukunft. Aber wir haben gegen Spanien gesehen, was eine Top- Mannschaft ist. Da müssen wir noch ganz schön arbeiten."

    Auf dem absoluten Weltniveau entscheide "halt doch auch die Erfahrung", sagte der Mittelfeldspieler. Und darum schreibt er den in Südafrika fehlenden Leitwolf Michael Ballack (33) auch im Gegensatz zu anderen nicht ab. "Er wird auf jeden Fall zurückkommen. Er ist ein Spieler, der natürlich sehr wichtig ist für uns. Ich bin der Meinung, dass er uns schon weiterhelfen kann", lautete Schweinsteigers klares Votum für eine DFB-Zukunft des 98-maligen Nationalspielers. Erst einmal aber muss er nach dem Spiel um Platz drei gegen Uruguay im Urlaub mit Freundin Sarah den Frust abbauen. Deutscher Meister und DFB-Cup-Sieger ist er geworden, eine starke WM hat er gespielt - aber Champions League und WM endeten ohne Krönung. "Natürlich sitzt die Enttäuschung tief. Wahrscheinlich kommt das noch mehr in den nächsten Tagen, wenn man weiß, was man für eine Möglichkeit ausgelassen hat", sinnierte er.


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