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    Zuletzt aktualisiert: 06.07.2010 um 18:41 UhrKommentare

    Weltmeisterschaft eint zerrüttetes Spanien

    Die Aussicht auf den WM-Titel verscheucht Krisen-Angst und lässt Streitigkeiten vergessen.

    Die Spanier feiern ihre Mannschaft und lassen Probleme hinter sich.

    Foto © ReutersDie Spanier feiern ihre Mannschaft und lassen Probleme hinter sich.

    Vergessen ist die Angst um den Job. Die Panik, mit dem knappen Einkommen nicht auszukommen. Verdrängt die abgrundtiefe Schulden- und Wirtschaftskrise, die Spanien zum Wackelkandidaten der Euro-Zone machte. Die Spanier bewegt derzeit nur ihr Team, das erstmals in einem WM-Halbfinale steht. Und die das zerstrittene Land, in dem sich Regionen wie Katalonien und das Baskenland gern als eigene Nation bezeichnen, eint wie nie zuvor.

    "Wenn wir die WM gewinnen", sinniert Spaniens Sportminister Jaime Lissavetzky, "beseitigt das zwar nicht die Wirtschaftskrise, aber es würde der Nation Selbstbewusstsein und Optimismus geben." Was die gebeutelte spanische Gesellschaft bitter notwendig hat: Ein lebenslustiges Volk mit dem Motto "Mach' Dir keine Sorgen", in dem sich aber angesichts immer größerer finanzieller Probleme und politischer Spaltung zunehmend Depression und Pessimismus breitmachen.

    Die Gründe: Ein Immobiliencrash, der neuen Wohlstand über Nacht einbrechen ließ und Rekordarbeitslosigkeit von 20 Prozent produzierte. Eine nicht endende Wirtschaftstalfahrt. Ein gigantischer Schuldenberg des Staates, den Regierungschef Jose Luis Zapatero mit einem brutalen Sparprogramm bekämpfen muss. Was die Gewerkschaften auf die Barrikaden treibt und das Land mit Streiks lähmt. Wenigstens im Sport kann sich Spanien als Weltmacht fühlen. Rafael Nadal, Nummer eins der Tennis-Welt, der zweifache Tour-de-France-Sieger Alberto Contador, Jorge Lorenzo, der auf dem Weg ist, die Motorrad-WM zu gewinnen oder das Basketball-Team, ebenfalls Weltmeister, beweisen, dass Spanier arbeiten und siegen können.

    Nur im Fußball fehlt der WM-Titel. Die ganze Nation wird deswegen morgen zusehen: Zu Hause, in Bars oder vor Riesenleinwänden, die in Stierkampfarenen, Fußballstadien und an den Stränden aufgebaut wurden. "Fahnen auf den Balkonen. Kinder und Alte mit bemalten Gesichtern, mit dem Spanien-Trikot als tägliche Uniform. Wildfremde Menschen, die sich umarmen - die Leidenschaft ist unglaublich", freut sich etwa Ruben de la Red von Real Madrid. Auch Ministerpräsident Zapatero hofft auf Fußball-Hilfe, um das Land wieder in Fahrt zu bringen. "Mit Spanien läuft es immer besser", lobt er, "wir können Deutschland schlagen." Team-Kapitän Iker Casillas feuert seine Elf an, "dem ganzen Volk Freude zu machen in einer so schwierigen Zeit".

    RALPH SCHULZE

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