Ideenlose Schweiz zerschellte an Honduras
Die Schweiz verpasste mit einem schwachen 0:0 gegen Honduras die Chance auf einen Aufstieg ins Achtelfinale. Statt Offensivfußball bot die "Nati" verkrampften Stehfußball.

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Die Schweiz hat das Achtelfinale der Fußball-WM verpasst. Die ideenlosen und offensivschwachen Eidgenossen kamen am Freitag in der Gruppe H in Bloemfontein gegen Honduras nicht über ein 0:0 hinaus, das war deutlich zu wenig. Aufgrund des Ergebnisses im Parallelspiel Spanien gegen Chile (2:1) hätten die Schweizer mit zwei Toren Differenz gewinnen müssen.
In den ersten WM-Spielen hatte die Schweiz ausschließlich defensiv überzeugt. Gegen Honduras war man aber offensiv gefordert. An dieser Aufgabe zerschellte die Truppe von Ottmar Hitzfeld. Die Honduraner hielten mit Leidenschaft dagegen und fanden zahlreiche hochkarätige Konterchancen vor, als Belohnung gab es immerhin den ersten Punkt. Dadurch vermied Honduras, als erstes WM-Team seit Saudi-Arabien 2002 ohne Punkt und Tor nach Hause fahren zu müssen.
Die Helden vom Spanien-Spiel
Hitzfeld entschied sich, größtenteils jener Elf das Vertrauen zu schenken, die Spanien sensationell bezwungen hatte. Das bedeutete, dass Kapitän Alexander Frei auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, für die Tore sollten Eren Derdiyok und Blaise Nkufo sorgen. Hitzfelds Gegenüber Reinaldo Rueda wollte die Mini-Aufstiegschance mit einer im Vergleich zum 0:2 gegen Spanien gleich an sechs Positionen veränderten Mannschaft am Schopf packen.
Die Schweiz hatte gewaltige Probleme beim Gestalten der Partie. Honduras zeigte sich kompakt, lauffreudig und war im Konter nicht ungefährlich. Mehr als ein Flachschuss von Captain Gökhan Inler (11.) und ein Kopfball von Eren Derdiyok (17.) war von der ideenlos, monoton spielenden Schweizern in den ersten 45 Minuten nicht zu sehen.
Honduras mit Siegeschancen
Angesichts des Pausenstands bei Spanien gegen Chile (2:0) wusste die Schweiz, dass wohl nur ein voller Erfolg fürs Achtelfinale reichen dürfte. Honduras war hingegen zu 99,9 Prozent aus dem Rennen, schenkte jedoch weiter keinen Zentimeter her. Und die spielfreudigen, im Konter aber zu schlampigen Mittelamerikaner hätten den Schweizern beinahe das wohl endgültigen K.o. versetzt: David Suazo vergab die Riesenchance per Kopf (53.).
Bei einer ähnlich großen Möglichkeit von Edgard Alvarez rettete Goalie Diego Benaglio die Schweizer (71.), denen die Zeit gnadenlos davonlief. Der eingewechselte Frei (74.) und Stephan Lichtsteiner (80.) kamen dem 1:0 mehr oder weniger nahe. Unter dem Strich war die Schweizer Leistung aber einfach deutlich zu schwach fürs Erreichen der K.o.-Runde.
Features
Meinung
Othmar Hitzfeld, Teamchef Schweiz:
"Natürlich ist die Enttäuschung groß, weil wir ja ganz gut ins Turnier gestartet sind. Dann kam das Spiel gegen Chile, als wir durch einen falschen Schiedsrichterentscheid das Spiel verloren haben. Die Hypothek, zwei Tore schießen zu müssen, war letztlich zu groß. Wir wurden im Lauf des Spiels sehr nervös, es war kein gutes Spiel. Es war eine schwache Leistung von uns. Es ist richtig, dass wir heute im spielerischen Bereich Probleme hatten. Wir haben zu wenig kombiniert und haben zu viele Fehlzuspiele gehabt. Das ist bitter."
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Schweiz - Honduras
Gruppe H (3. Runde):
Schweiz -
Honduras
Endstand 0:0
Bloemfontein, Free-State-Stadion, 28.000, SR Baldassi/Argentinien.
Schweiz: Benaglio - Lichtsteiner, Grichting, Von Bergen, Ziegler - Barnetta, Inler, Huggel (78. Shaqiri), Gelson Fernandes (46. Yakin) - Derdiyok - Nkufo (69. Frei)
Honduras: Valladares - Sabillon, Chavez, Bernardez, Figueroa - Alvarez, W. Palacios, Thomas, Nunez (67. Martinez) - J. Palacios (78. Welcome), Suazo (87. Turcios)
Gelbe Karten: Gelson Fernandes bzw. Thomas, Suazo, Chavez, W. Palacios
Die Besten: Barnetta, Benaglio bzw. Alvarez, Chavez
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Konnten das Spiel nicht aufziehen: Die Schweiz muss die Koffer packenFoto © Reuters







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