Keiner leidet so schön wie der Weltmeister
Italienische Blamage. Neuseeland erkämpft gegen den Weltmeister ein 1:1. Die "Azzurri" müssen nun ums Achtelfinale zittern.

Foto © GEPAKleiner oder doch besser großer Ausrutscher?
Eddi ist Trafikant in Grado. Eddi ist aber auch Fußball-Fan. Wenn er über die "Azzurri" spricht, blitzt die Leidenschaft in seinen Augen und dann kann es dieser Tage schon einmal passieren, dass die Kundschaft kurz warten muss. Das 1:1 zum WM-Auftakt gegen Paraguay hat wehgetan, Eddis Optimismus hat es nicht gebrochen. "Wir gewinnen", lautet seine Prognose für das Match gegen die "Kiwis" aus Neuseeland.
"Passionsspiele"
Dieser Meinung sind auch die zahlreichen Tifosi die sich pünktlich zum Anstoß um 16 Uhr in der Bar "La Taca" im Hafen des Badeortes eingefunden haben. Leidenschaftlich wird diskutiert, allerdings nur über die Höhe des Sieges. Doch dann die siebente Minute, Stille im "La Taca", ein gewisser Shane Sheltz hat das 1:0 für Neuseeland erzielt. Und nun beginnen sie, die "Passionsspiele" des Weltmeisters. Das Gesicht des Hünen mit dem Juventus-Tattoo nimmt einen weinerlichen Ausdruck an. Seinem Sitznachbarn im azurblauen Leibchen mit dem Aufdruck "Campioni del Mundo" ergeht es nicht viel anders - nirgendwo leidet man so schön, wie im Land des Titelverteidigers. Nirgendwo jubelt man aber auch so schön. Den Beweis gibt es in der 28. Minute. Elfmeter für Italien Iaquinta trifft zum 1:1. Ein kurzer Moment der Glückseligkeit, dann gehen die Leiden weiter. Italien vergibt Chance um Chance.
Pause - plötzlich ist Eddi da. "Uns fehlt die Regie. Camoranesi muss kommen", analysiert er. Und als ob Italiens Teamchef Marcello Lippi Eddi gehört hat, bringt er den Wunschmann. Fortan rennt das italienische Werkl, nur der Ball will nicht ins neuseeländische Tor. Denn dort steht Mark Paston von den Wellington Phoenix und der zieht an diesem Nachmittag nicht nur den italienischen Ballzauberern den Nerv, sondern auch den Leidenden im "La Taca".
Schlusspfiff. Fassungslosigkeit macht sich breit. Beim Gedanken, dass der Weltmeister nun gegen die Slowakei einen Sieg braucht, um überhaupt die Vorrunde zu überstehen, ist die Gefahr von Panikattacken im "La Taca" groß. Aber das 1.1 garantiert auch, dass die schönsten Leiden der WM noch andauern.
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Ergebnis:
Gruppe F (2. Runde): Italien - Neuseeland Endstand 1:1 (1:1)
Nelspruit, Mbombela-Stadion, 38.229 Zuschauer, SR Carlos Batres (Guatemala).
Torfolge: 0:1 ( 7.) Smeltz 1:1 (29.) Iaquinta (Foulelfmeter)
Italien: Marchetti - Zambrotta, Cannavaro, Chiellini, Criscito - Pepe (46. Camoranesi), De Rossi, Montolivo, Marchisio (61. Pazzini) - Iaquinta, Gilardino (46. Di Natale)
Neuseeland: Paston - Bertos, Reid, Nelsen, Smith, Lochhead - Vicelich (80. Christie), Elliott - Killen (93. Barron), Fallon (64. Wood) - Smeltz
Gelbe Karten: keine bzw. Fallon, Smith, Nelsen
Die Besten: De Rossi bzw. Paston, Nelsen







Paraguay
Slowakei
Neuseeland
Italien









