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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 um 18:57 UhrKommentare

Deutschlands erstes Endspiel: Siegen oder Fliegen

Deutschland ist gegen Ghana zum Siegen verdammt - dass ein Remis reichen könnte, das glaubt keiner. In der Gruppenphase sind die Deutschen bisher noch bei keiner WM gescheitert.

Stuttgart-Stürmer Cacau soll den gesperrten Klose ersetzen

Foto © ReutersStuttgart-Stürmer Cacau soll den gesperrten Klose ersetzen

Siegen oder fliegen heißt es für Deutschland. Gegen Ghana muss fast ein Sieg her, ein Unentschieden reicht nur, wenn Serbien gleichzeitig nicht gegen Australien gewinnt oder wenn die "Socceroos" Serbien schlagen sollten, was aber eher unwahrscheinlich ist. Bei einem Erfolg Ghanas ist ohnehin alles vorbei.

Noch nie ist Deutschland bisher bereits in der Gruppenphase einer WM gescheitert. Dass es diesmal so weit sein könnte, will im Nachbarland noch keiner so recht glauben. Zumindest kein Fan. Der DFB hat den Rückflug am Donnerstag trotzdem vorsichtshalber reserviert. Und auch Verteidiger Arne Friedrich sagt ganz offen: "Wir wissen, dass eine große Blamage drohen kann, aber diesen Gedanken muss man ausklammern."

Die Frage ist nur, wie die talentierte, aber sehr junge deutsche Mannschaft mit dem Druck umgehen kann. Und mit dem Ausfall des nach seiner gelbroten Karte gegen Serbien gesperrten Sturmtanks Miroslav Klose. Sein Ersatz wird aller Voraussicht nach der gebürtige Brasilianer Cacau vom VfB Stuttgart sein, der angesichts der großen Verantwortung ganz locker bleibt: "Ich traue mir das auf jeden Fall zu. Wenn ich spielen sollte, bin ich fest davon überzeugt, dass ich die Rolle ausfüllen kann. Ich werde meine Stärken zeigen. Und habe überhaupt keine Zweifel, dass wir es schaffen."

Deutsche Löwen

"Es", das ist der Aufstieg ins Achtelfinale. Wenigstens die Statistik spricht dafür, dass "es" auch gelingt. Denn bei den letzten vier WM-Turnieren haben die Deutschen immer das erste und das dritte Gruppenspiel gewonnen - und das würde auch diesmal reichen. "Wir werden Löwen sehen, die deutschen Löwen", versprach Teammanager Oliver Bierhoff. Auch Teamchef Joachim Löw ist sicher, dass seine Mannschaft nach dem Umfaller gegen Serbien "von der Psyche her nicht labil" sei. Und Kapitän Philipp Lahm ergänzte: "Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass wir das Achtelfinale erreichen."

Interessant wird das Wiedersehen mit dem in Deutschland geborenen und für Ghana spielenden Kevin-Prince Boateng, der ja mit einem Foul im englischen Cup-Finale Michael Ballack außer Gefecht gesetzt hatte. Dazu steht sein Halbbruder Jerome Boateng im deutschen Kader. Kevin-Prince heizte die Stimmung zusätzlich mit dem Sager auf: "Mir ist es egal, ob Deutschland rausfliegt. Wir wollen weiterkommen. Nach einem Tor machen wir ein schönes Tänzchen für die deutschen Kollegen." Mit Schützenhilfe rechnet aber ohnehin keiner, Deutschland will es aus eigener Kraft schaffen.


Foto

Foto © GEPA

Wiedersehen mit "Ballack-Schreck" Kevin-Prince BoatengFoto © GEPA

Gruppe D

1. Deutschland35:16
2. Ghana32:24
3. Australien33:64
4. Serbien32:33

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