Zukunft von Algeriens Trainer Saadane nach Out offen
Nach dem torlosen Ausscheiden in der Fußball-WM in Südafrika ist die Zukunft von Algeriens Teamchef Rabah Saadane offen.

Foto © ReutersRabah Saadane
"Ich denke, viele Leute würden es gerne sehen, wenn ich gehe. Mal schauen, was der Verbandspräsident sagt", erklärte der 64-Jährige nach der 0:1-Niederlage gegen die USA. Lediglich beim 0:0 gegen England hatten die im Abschluss viel zu harmlosen "Wüstenfüchse" einen Punkt erobert. Für Saadane brachte die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent damit ein Deja-vu. Denn schon 1986 in Mexiko, bei der bis dato letzten WM-Teilnahme, hatte er die Algerier betreut. Auch damals landeten die Nordafrikaner mit nur einem Zähler auf dem vierten und letzten Platz ihrer Gruppe, erzielten aber wenigstens beim 1:1 gegen Nordirland ein Tor.
Die eklatante Abschlussschwäche hatte sich bereits vor der Endrunde in Südafrika angekündigt, denn in den jüngsten sieben Matches haben die Algerier nur einen einzigen Treffer verbucht - und der resultierte aus einem Elfer beim 1:0-Sieg im WM-Testspiel gegen die Vereinigte Arabische Emirate. "Wir sollten jetzt nicht die Köpfe hängen lassen, die Spieler haben ihr Bestes gegeben. Wir haben uns erstmals seit 24 Jahren wieder für eine WM qualifiziert, da darf man keine Wunder erwarten. Wir haben viel gelernt und damit wichtige Erfahrung für die Zukunft gesammelt. Nur Schritt für Schritt kommt man weiter", lautete der nüchterne Kommentar von Saadane. Die algerische Presse feierte am Donnerstag ausnahmslos Schlussmann Rais M'Bohli, der sein Team gegen die USA mit einer ganzen Reihe von Glanzparaden bis zum Last-Minute-Tor von Landon Donovan (91.) im Spiel gehalten hatte, als "Tormann-Gigant". Das Ausscheiden wurde nicht weiter tragisch genommen. "Die Grünen verabschieden sich ehrenvoll von der WM und mit einem großartigen Torhüter", schrieb etwa die Tageszeitung "El Kahbar". Saadane wurde dagegen für seine Aufstellung kritisiert, wodurch Algerien "unfähig war, das Spiel zu machen, den Gegner unter Druck zu setzen und Torchancen zu kreieren", wie es die französisch-sprachigen Zeitung "Liberte" analysierte.
Für Algeriens Routinier Rafik Saifi könnte die WM noch ein Nachspiel haben. Der 35-Jährige sorgte nämlich beim Abgang für einen Eklat, indem er in der Mixed Zone einen Journalisten laut Augenzeugen-Berichten anschrie und an die Gurgel ging. Der Medienvertreter setzte sich, nachdem ihn Saifi wieder losgelassen hatte, mit unschönen Worten zur Wehr. Diese Verbal-Attacke beantwortete der Offensivspieler mit einem Wurf einer Plastik-Wasserflasche, die ihr Ziel jedoch verfehlte. "Ich werde mich bei der FIFA über dieses Verhalten beschweren", kündigte der betroffene Redakteur an.






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