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Zuletzt aktualisiert: 12.06.2010 um 23:41 UhrKommentare

Mitfavorit Argentinien sichert sich drei Punkte

Die Albiceleste zündeten vor allem in der ersten Hälfte ein Offensiv-Feuerwerk. Nur ihrem großartigen Tormann haben die Nigerianer ein schmeichelhaftes 0:1 zu verdanken. Nach einen Eckball von Rückkehrer Veron traf Gabriel Heinze in der 6. Minute per Kopf.

Anzug statt Trainingsanzug: Diego Maradona

Foto © APAnzug statt Trainingsanzug: Diego Maradona

Im feinen grauen Zwirn stand Diego Armando Maradona in der Coaching-Zone und dirigierte seine Mannschaft hektisch nach vorne. Wie ein Kugelblitz rollte er an der Seitenlinie entlang. Und in der sechsten Minute stand Maradona schließlich auf dem Spielfeld - wie in alten Zeiten - und jubelte. Da hatte nämlich Innenverteidiger Gabriel Heinze das 1:0 erzielt.

Maradona, dieser verrückte Kerl mit Hang zu Kraftausdrücken, hatte sein Star-Ensemble tatsächlich mit Raffinesse aufgestellt. Freilich hatte Lionel Messi alle Freiheiten, die er sich auch prompt herausnahm. Schon von Anpfiff an hüpfte der geniale Floh durch die kraftstrotzende nigerianische Hintermannschaft. In der 37. Minute strich sein Schuss um Millimeter am Tor vorbei, weil Torhüter Enyeama noch mit den Fingerspitzen am Ball war. Aber warum konnte Messi plötzlich auch im argentinischen Team aufblühen? Weil Maradona wie bei Barcelona spielte. Nichts war mehr zu sehen von dem unansehnlichen Defensivspiel, mit dem Argentinien nur mit Mühe die Qualifikation geschafft hatte. Die Leistung der Argentinier verdient vor allem auch Respekt, weil Nigeria trotz dieser Niederlage das Achtelfinale längst noch nicht abzuschreiben braucht. Die "Super Eagles" spielten über weite Strecken mit. Wohl auch, weil Argentinien auf der rechten Seite mit Jonas Gutierrez einen von zwei Schwachpunkten hatte.

Mangelnde Chancenverwertung

Der zweite Punkt, der am Spiel des zweifachen Weltmeisters kritisiert werden kann: die mangelnde Chancenverwertung. Vor allem in der zweiten Spielhälfte hätten Messi und Higuain für die Vorentscheidung sorgen müssen. Beide kamen nach feinem Kombinationsspiel im Strafraum zum Schuss. Beide scheiterten am überragenden Tormann Vincent Enyeama, der sein Geld das Jahr über bei Hapoel Tel Aviv verdient.

In der 71. Minute wäre diese Sorglosigkeit beinahe ins Auge gegangen. Marseille-Verteidiger Taiwo zog aus 20 Metern flach und scharf ab. Die Kugel pfiff um Haaresbreite an der Stange vorbei. Und Maradona? Der machte in seiner kleinen Coaching-Zone fast so viele Meter wie seine Spieler.

Als würde er selbst noch einmal ins Trikot schlüpfen wollen. Alles würde dieser geniale Fußballspieler vergangener Tage wohl lieber tragen als seinen grauen Anzug. Und selbst der hätte den fast 50-Jährigen nicht daran gehindert, jenes Tor zu schießen, das Messi zehn Minuten vor Schluss am Fuß hatte. Aus fünf Metern ließ er neuerlich Torhüter Enyeama hochleben. Argentinien hat mit seinem Leichtsinn um einen Ausgleich gebettelt. Doch Nigeria konnte nicht, und der Fußballgott hält immer zu Diego Armando Maradona.

STEFAN RIECHER, JOHANNESBURG

Gruppe B

Argentinien - Nigeria 1:0 (1:0)
Johannesburg, Ellis Park, 60.000 Zuschauer, SR Wolfgang Stark/Deutschland

Tor:
1:0 (6.) Heinze

Argentinien:
Romero - Gutierrez, Demichelis, Samuel, Heinze - Veron(74. M. Rodriguez), Mascherano, Di Maria (85. Burdisso) - Messi -Higuain (79. Milito), Tevez

Nigeria:
Enyeama - Odiah, Yobo, Shittu, Taiwo (75. Uche) - Kaita,Etuhu, Haruna, Obasi (60. Odemwingie) - Yakubu, Obinna (52. Martins)

Gelbe Karten:
Gutierrez bzw. Haruna

Die Besten:
Messi, Tevez, Samuel bzw. Enyeama

Gruppe B

1. Argentinien37:19
3. Südkorea35:64
2. Griechenland32:53
4. Nigeria33:51

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