Zidane dementiert Einmischung
Frankreichs Ikone wehrt sich gegen Vorwürfe, in die Spieltaktik des Vize-Weltmeisters eingegriffen zu haben. Indes übte auch 98er-Weltmeister Dugarry scharfe Kritik an Teamchef Domenech. Firmen stoppten Werbekampagnen.

Foto © ReutersSein letzter WM-Auftritt: Zinedine Zidanes Kopfstoß beim Finale 2006
Der frühere französische Fußball-Star Zinedine Zidane hat Medienberichte über seine angebliche Einmischung in die Spieltaktik des Vize-Weltmeisters bei der Fußball-WM dementiert. "Ich habe immer die Regeln respektiert", sagte der Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000 am Montag auf einer Pressekonferenz in Südafrika. Zidane räumte zwar ein, er habe nie "ein gutes Feeling zu (Nationaltrainer Raymond) Domenech" gehabt. Trotz mangelnden Vertrauens in den Coach habe er aber auch keine Probleme mit dem umstrittenen Domenech erlebt.
Zidane hatte jüngst die französischen Profis dazu aufgerufen, sich "zusammenzureißen und die Egos beiseitezulegen". Zur Überraschung aller versicherte Zidane nun, er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Frankreich das WM-Finale 2010 erreicht. "Schon als Spieler habe ich nie meine Meinung zu Aufstellung oder Taktik geäußert. Ich habe die Trainer immer respektiert". Er habe nie ein "schlechtes Benehmen" an den Tag gelegt. "Dass man jetzt denkt, ich hätte Spieler angerufen, um Druck auf den Trainer zu machen, das ist schlimm", fügte er an.
Dugarry: "Domenech hat nie etwas gewonnen"
Indes übte Zidanes ehemaliger Kollege Christophe Dugarry, der gemeinsam mit dem großen Idol WM- und EM-Titel holte, Kritik an Domenech. "Domenech hat nie etwas gewonnen, und jetzt wissen wir auch, warum. Sein einziges gutes Resultat, die Teilnahme am WM-Finale 2006, hat er nur dem Comeback von Zinedine Zidane zu verdanken", sagte der 38-Jährige, der als TV-Experte für "Canal plus" arbeitet. "Natürlich" hätten auch "die Spieler einen Teil der Verantwortung", so Dugarry, aber: "Mit einem großen Trainer sind Spieler in der Lage, Berge zu versetzen. Das können sie nicht, wenn sie auf sich alleine gestellt sind."
Auch die französische Großbank Credit Agricole reagierte auf den Skandal um das Team und ordnete noch für diesen Freitag das Ende einer TV-Kampagne an, in der die Fußball-Auswahl als vermeintlicher Werbeträger fungiert. Die Fast Food-Kette Quick ließ sämtliche Werbeplakate mit dem Konterfei von Anelka von den Straßen entfernen. Sogar der Börsenwert des französischen WM-Senders "TF1" fiel deutlich. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist erbärmlich und dramatisch", schimpfte der ehemalige Sportminister Jean-Francois Lamour. Der französische Philosoph Alain Finkielkraut fordert sogar eine Aufgabe der "Bleus" bei der WM. "Diese Spieler sind nicht nur unausstehlich, sie sind grotesk", wetterte der Autor, "eine Bande von elf kleinen Rowdys ist keine Mannschaft und das ist sicher keine Mannschaft, die uns repräsentiert".






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