Spanien wird Weltmeister
Vor dem WM-Finale am Sonntag stellen sich Millionen nur eine Frage: Wer wird Fußball-Weltmeister? Andreas Terler vertritt die These, dass die Iberer gegen Holland gewinnen und sich zum besten Team der Welt krönen.

Foto © Reuters | graphicnews.comDavid Villa will die "Furia Roja" zum Titel schießen
Es war ein eher unspektakuläres, aber ein sehr effizientes Turnier, das die Furia Roja in Südafrika bislang absolvierte. Vom arroganten "Anti-Team" ohne spielerische Linie hat sich das spanische Team unter Luis Aragones in drei, vier Jahren zur echten Erfolgstruppe entwickelt. Vicente del Bosque verpasste der Mannschaft unter Mithilfe der Klubcoaches aus Madrid und Barcelona auch defensiv den letzten Schliff.
Die spielerischen Stärken der Seleccion sind spätestens seit der Euro 2008 hinlänglich bekannt. Schnörkelloses Kurzpassspiel, kurz Tiqui-taca, begeistert die Massen und lehrt den Gegnern das Fürchten. So auch zu beobachten in der Qualifikation zur WM 2010, als man nicht nur alle Spiele gewann, sondern mit 28 erzielten Treffern als echte Tormaschine in Erscheinung trat.
Natürlich ist ein Turnier mit einer Qualifikation schwer vergleichbar. Das wissen Xavi, Villa und Co. nach der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen die Schweiz nur allzu gut. Doch großen medialen Druck sind diese Weltstars gewohnt, weshalb man mit Siegen über Honduras und Chile eine Blamage souverän abwenden konnte.
Oranjes sind kein Problem
Nachdem die Spanier also auch mentale Stärke bewiesen, Fußballgrößen wie Portugal und ein bis dahin bärenstarkes Deutschland routiniert abservierten, werden auch die Oranjes kein Problem mehr darstellen. Vor der Offensivstärke der Holländer ist man natürlich gewarnt, nur wird das Finale nicht an vorderster Front, sondern über eine sichere Verteidigung entschieden werden. Und genau hier liegt der entscheidende Vorteil für Spanien: Personell ist man in der Defensive klar besser besetzt als die Elftal. Und mit Casillas hat man keinen Unsicherheitsfaktor wie Stekelenburg im Tor, dessen Nervosität zu steigen scheint, je weiter er sich von der Torlinie entfernt.
Zudem hat die Seleccion mit del Bosque den wesentlich erfahreneren Trainer auf der Bank sitzen, der mit Real Madrid schon die Höhen und Tiefen dieses Sports miterlebte und dank zweier Champions-League-Titel mit den Hauptstädtern weiß, wie man Spieler auf ein Finale vorbereitet.
Spanien hat schlichtweg alles, was es zum WM-Titel braucht. Vom Abwehrbollwerk über die genialen Masterminds im Mittelfeld bis zum Knipser in der Spitze. Und da diese Kombination auch als eingeschworene Einheit auftritt, wird Königin Sophia am Sonntagabend wieder zufrieden lächelnd in die Hände klatschen.
















