Jetzt droht Jimmy Jump das Gefängnis
Jimmy Jump, der "König" unter den Flitzern, muss nach seiner "Attacke" auf den WM-Pokal vor Gericht. Harte Strafe möglich.

Foto © Reuters
Fußballerisch war das WM-Finale nicht ganz so packend wie erhofft, dafür gab es einen anderen großen Auftritt, mit dem nicht zu rechnen war. Unmittelbar vor den Hymnen schlug nämlich Jimmy Jump wieder einmal zu. Der heißt eigentlich Jaume Marquet i Cot und ist auch kein Engländer, sondern Spanier. Er kommt aus der Nähe von Barcelona und ist somit genau genommen Katalane.
Ursprünglich war der 36-Jährige Immobilienmakler, doch er hängte seinen Job zugunsten seiner neuen Berufung als Profi-Flitzer an den Nagel. Unter dem "Künstlernamen" Jimmy Jump tritt er seit 2002 bei Großveranstaltungen auf. Für eine Auswahl seiner "Glanzlichter" siehe Info-Box rechts. Der Mann, der oft eine "Barretina", eine katalanische Haube, trägt, schreckt vor kaum etwas zurück und ist durchaus kreativ. Bei einem Wasserball-Match flitzte er etwa, indem er voll bekleidet ins Becken sprang und eine Runde kraulte - als einziger Bekleideter unter allen Badehosenträgern.
Die Leute sollen lachen
Oft versucht er seinen "Opfern" auch eine "Barretina" aufzusetzen. Seine Mission erklärt Jimmy so: "Die Leute sollen einfach lachen, dann bin ich glücklich." Weniger zum Lachen zumute ist allerdings oft den Verantwortlichen. Wie jetzt, als er vor dem Finale der Fußball-WM in Johannesburg versuchte, dem WM-Pokal ein katalanisches Mützerl überzustülpen.
Mitten drin im Geschehen ein Steirer, denn Österreichs Schiri-Boss Gerhard Kapl war für die Dauer der WM Sicherheitschef des Soccer-City-Stadions in Johannesburg, dem jüngsten Einsatzort von Jimmy Jump. Wie dieser trotz der 4000 Polizisten überhaupt aufs Spielfeld gelangen konnte? "Er kam von der Tribüne, hat den Wirbel direkt vor dem Match ausgenützt. In der Soccer City gibt es keinen Graben, es wurde so geplant, dass die Fans möglichst nahe am Geschehen sitzen", erklärt Kapl.
Jimmy Jump sei von der Tribüne in einen Zugangstunnel gesprungen und von dort aufs Spielfeld gestürmt. "Ich habe ihn sofort selbst bemerkt und die Security alarmiert. Er konnte zum Glück knapp vor dem Pokal gestoppt werden", so Kapl, laut dem zwei weitere Flitzer noch vor dem Rasen aufgehalten werden konnten. "Traurig, der Rest der Spiele in Johannesburg verlief reibungslos", seufzt Kapl.
Jimmy Jump muss jetzt vor ein südafrikanisches Gericht. Platzsturm gilt als Straftat, Gefährdung des Weltpokals auch (obwohl der Flitzer den Pokal sicher nicht beschädigen wollte). Ob die Südafrikaner auch so viel Humor verstehen, bleibt abzuwarten. Angeblich könnte sogar eine längere Gefängnisstrafe drohen.
















