Drama der honduranischen Familie Palacios
Vor drei Jahren wurde Edwin, der jüngste der Palacios-Brüder aus dem Elternhaus entführt. Etwas später fand man die Leiche des ermordeten Teenagers auf einem offenen Feld.

Foto © APJerry Palacio
"Ich war nahe daran. Aber es war immer mein Traum, Fußballer zu werden, und meine Familie hat mich bestärkt, weiterzumachen", erklärte der Tottenham-Legionär.
In der abgelaufenen Saison ließ sich der 25-Jährige seine Trauer auf dem Platz nicht anmerken und leistete einen entscheidenden Beitrag dazu, dass die "Spurs" erstmals in der Champions-League-Qualifikation antreten dürfen. "Schon als Kind war ich immer stark, auch mental. Das hat mir in dieser Situation geholfen."
"In Gottes Händen"
Während in seiner Heimat auch das Fehlverhalten der Polizei für den tragischen Ausgang der Entführung verantwortlich gemacht wurde, verzichtete Palacios auf Schuldzuweisungen. "Das würde meinen Bruder nicht zurückbringen. Die Polizei hat ihren Job gemacht. Im Endeffekt liegt alles in Gottes Händen, und genau dort ist Edwin jetzt", sagte der gläubige Katholik.
Nach dem Tod von Palacios' Bruder war die Anteilnahme der honduranischen Bevölkerung groß, schließlich führte der Mittelfeldspieler die Mittelamerikaner erstmals seit 1982 wieder zu einer Weltmeisterschaft. "Das ist nicht nur für meine Familie etwas Besonderes, sondern für die ganze Nation. Wir haben so lange darauf warten müssen", meinte Palacios, der am Montag im Ellis Park von Johannesburg gegen Spanien um die letzte Aufstiegschance ins WM-Achtelfinale kämpft.Die erfolgreiche Qualifikation ließ das geplagte Land zumindest vorläufig alle politischen Probleme vergessen. Im Juni dies Vorjahres wurde Präsident Manuel Zelaya durch einen Militärputsch abgesetzt und durch Roberto Micheletti ersetzt, mittlerweile fungiert Porfirio Lobo Sosa als Staatspräsident.
















