Das kleine Finale hat für Uruguay große Bedeutung
Uruguays Motor Diego Forlan ist trotz Niederlage stolz. Am Samstag will er seine starke Weltmeisterschaft mit einem Sieg krönen, bevor die Heimreise angetreten wird.

Foto © ReutersZum Finale hats nicht gereicht, stolz kann Uruguay dennoch sein.
Tränen der Enttäuschung wären ihnen zugestanden, den Spielern von Uruguay. Diego Forlan, Kapitän der "Celeste" lachte nach dem verlorenen WM-Halbfinale gegen die Niederlande aber. Schließlich konnten er und seine Kollegen durchaus zufrieden sein. Als beste südamerikanische Mannschaft hat der zweifache Weltmeister die Großmächte des runden Leders, Argentinien und Brasilien hinter sich gelassen. "Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft. Wir waren unter den besten vier Mannschaften der Welt. Das ist spektakulär", freute sich Forlan trotz des denkbar knapp verpassten Finaleinzugs.
Auch mit seiner eigenen Vorstellung darf er zufrieden sein. Forlan war in allen Spielen einer der Besten seiner Elf, erzielte vier Tore, darunter auch jenes zum zwischenzeitlichen Ausgleich gegen die Niederlande. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass es jetzt eine Menge Angebote renommierter Klubs für Forlan, der zwischen 2002 und 2004 bei Manchester United in 63 Spielen zehn Tore erzielt hatte, geben wird. Er selbst hat aber bereits kundgetan, bei Atletico Madrid bleiben zu wollen. Bleibt abzuwarten, wie groß die monetären Verlockungen sein werden, mit denen die Vereine den "Uru" ködern werden.
Auf der anderen Seite weiß Forlan aus eigener Erfahrung aber auch, was es wert ist, sich bei seinem Arbeitgeber rundum wohlzufühlen. Den Hohn, den er in Manchester ertragen musste, hat er nie vergessen. "Ich war dabei, als Forlan ein Tor schoss", trugen dort Fans auf dem T-Shirt.
Vollgas im kleinen Finale
Egal, wo Forlan, dessen Vater und Großvater schon Fußballer waren, in der kommenden Saison spielt: In seiner Heimat ist er ein Volksheld und der wohl bekannteste Mann Uruguays. Ein Bekanntheitsgrad, den der Unicef-Botschafter Forlan noch weiter steigern möchte. Mit einem Sieg im Spiel und Platz drei. Das kleine Finale ist für Uruguay nämlich kein bedeutungsloses Spiel oder gar lästige Pflicht. "Die Partie ist für uns alle unglaublich wichtig", sagt Forlan, "ich möchte mich ja nicht mit einer Niederlage von der WM verabschieden."
Wenn er spielen kann. Denn gegen die Niederländer musste er wegen einer Oberschenkelblessur vorzeitig vom Feld: "Leider war ich nicht topfit." Die Chancen stehen aber nicht so schlecht, dass er bis zum Samstag fit wird und Uruguays Spiel wieder den Stempel aufdrückt.
















