Gegen den Terror gerüstet, aber das Monster heißt Kriminalität
Mit Hunderten Millionen Euro wurde Südafrikas Polizei aufgerüstet, doch der wirklich große Angstfaktor bleibt die massive Kriminalität. Rund 50 Menschen fallen täglich der Gewaltkriminalität zum Opfer.

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Polizeipräsenz wie nie zuvor, überall Überwachungskameras und mobile Polizeistationen: Südafrika gleicht derzeit vielerorts einer Festung: Die Polizei hat aufgerüstet, für Hunderte von Millionen Euro wurde Ausrüstung gekauft, die Zahl der Polizisten vor allem in den Flughäfen, Innenstädten und rund um die WM-Stadien auf 46.000 aufgestockt. Südafrikas Sicherheitskräfte fühlen sich gegen mögliche Terroranschläge gut gerüstet. Zumal "keine ernstzunehmende Drohung vorliegt", wie Polizeiminister Nathi Mthethwa versichert. Warnungen von Experten über drohende Anschläge islamistischer Extremisten entbehrten der realen Grundlage - ähnliches bestätigte das US-Außenministerium.
Kriminalität, die Geißel des Landes
Wie fragil die Sicherheit aber sein kann, zeigten die chaotischen Szenen vor dem Makhulong-Stadion nahe Johannesburg am Sonntag, als mindestens 16 Menschen bei panikartigen Szenen verletzt wurden. Vor allem aber fürchten die Südafrikaner die Kriminalität, die Geißel des Landes. Mthethwa versichert zwar, es würden "sichere Spiele... Wir werden knallhart sein". Auch US-Botschafter Donald Gips meinte, er habe "keine Sorgen wegen der Gewalt". Das US-Außenministerium rät aber den erwarteten 25.000 bis 30.000 US-Fans, besonders vorsichtig zu sein. Vor allem sollten sich Fans nicht in abgelegene Viertel wagen und nachts besonders aufpassen.
Derzeit plagen Südafrikas Polizeichefs aber andere Alpträume. Auch sie fürchten Sicherheitsprobleme. Zum einen angesichts der drohenden Zahl von Staatsgästen - zum anderen sorgen sie sich, dass weitab von Stadien und Fanzonen fast rechtsfreie Räume entstehen könnten. Denn die Polizei wird sich auf die WM-Zentren konzentrieren.
Großzügige Einladung mit Folgen
Ausgerechnet Präsident Jacob Zuma hat die Sicherheitskräften vor schwere Aufgaben gestellt. Das Staatsoberhaupt hatte im Überschwang der Gefühle zur ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden alle übrigen 52 Staatschefs des Mutterkontinents eingeladen. Nun besteht die Furcht in Pretoria, sie kämen wirklich. Die Zeitung "Star" berichtete, das südafrikanische Protokoll sei schon jetzt dem Ansturm der angekündigten Staatsgäste sowie ihrer üblicherweise großen Entourage nicht gewachsen. Wehe, es kämen spontan die Präsidenten aus Libyen, Simbabwe oder dem Kongo.
Kaum lösbare logistische Probleme drohen: Das beginnt bei fehlenden Zimmern in Luxushotels und dem Mangel an VIP-WM-Tickets bis hin zu Parkplätzen für präsidiale Flugzeuge. "Sämtliche Präsidentenmaschinen müssten mit irrem Aufwand auf andere Flughäfen über halb Südafrika verteilt geparkt werden", berichtete ein europäischer Experte. Denn auf dem OR Tambo Flughafen Johannesburg sei "kein bisschen Platz".
Zur WM angemeldet sind schon jetzt 43 Staatsgäste: Unter ihnen US-Vizepräsident Joe Biden, Mexikos Präsident Felipe Calderon oder der britische Kronprinz Charles. Auch Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat sich optimistisch unmittelbar vor dem Endspiel am 11. Juli angesagt.
















