Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
20. Mai 2013 00:08 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Denkmal für Krake Paul geplant WM-Dritter Deutschland entschuldigte sich bei seinen Fans Voriger Artikel Aktuelle Artikel: WM 2010 Nächster Artikel Denkmal für Krake Paul geplant WM-Dritter Deutschland entschuldigte sich bei seinen Fans
Zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 um 22:06 UhrKommentare

WM-Songs im Strafraum des Geschmacks

Sie wussten nicht, dass Peter Alexander einmal Fußball-Fan war - und gleich die deutsche Nationalelf vors Mikrofon zerrte? Ihnen liegt noch die unvergessliche Hymne von Italien 1990 im Ohr? Sie können sich nicht mehr ans Grönemeyer-Lied von 2006 erinnern? Hören Sie hier - auch, was Sie nicht mehr hören wollten.

Foto © ArTo - Fotolia.com

Die Linie zwischen Kult-Hit und Ohrenbluten, sie ist eine schmale:

1974, Deutschland: DFB-Elf - "Fußball ist unser Leben"

2/10

Akustisches Aufputschmittel oder musikalisches "Mainz bleibt Mainz"? Irgendwo in der Mitte! 1974 war es, als die DFB-Elf - immerhin mit Hochkarätern wie Vogts, Beckenbauer, Breitner oder Hoeneß besetzt - dieses Lied auf Vinyl pressen ließ. Die Deutschen wurden trotzdem Weltmeister, an das dazugehörige Lied will heute aber nur der aufrichtigste Patriot erinnert werden. "Ja, einer für alle, alle für einen. Wir halten fest zusammen, und ist der Sieg dann unser, sind Freud' und Ehr' für uns alle bestellt. Ein jeder Gegner will uns natürlich schlagen, er kann's versuchen, er darf es ruhig wagen, doch sieht er denn nicht, dass Hunderttausend Freunde zusammen steh'n": Liedtexte wie diese störten die österreichisch-deutsche Freundschaft nachhaltig, Cordoba hin oder her.

1978, Argentinien: Udo Jürgens - "Buenos Dias Argentina"

5/10

"Buenos Dias Argentina! Er war lang, mein Weg zu dir! Doch nun schwenk' ich den Sombrero: Buenos Dias, ich bin hier!": Texte wie diesen bringt nur ein gewisser Herr Bockelmann (a.k.a. Udo Jürgens) zuwege, immerhin blieb das Lied aber im kollektiven Gedächtnis kleben wie ein lange gekauter Wrigley an der Schuhsohle. Kult, wenn man so will. Die Musik als solche klingt wie eine völlig illuminierte Mariachi-Schlager-Band auf Auto-Pilot, doch fescher als in dieser Aufnahme bei Dieter-Thomas Heck in der "ZDF-Hitparade" war der Udo nie wieder und es gibt ja wahrlich Schlimmeres auf dieser Welt. Immerhin wurde Deutschland auch NICHT Weltmeister.

1982, Spanien: Die Linienrichter - "Olé Alemania"

0/10

Weiter geht es mit einem akustischen Griff ins Klo, einem virtuellen Schlag in die Magengrube: Ein gewisser Micki Meuser (Bassist und Musik-Produzent) legte zur Fußball-WM 1982 in Spanien unter dem Alter Ego "Die Linienrichter" den Song "Olé Alemania" auf der Basis einer Bassline von Grandmaster Flash vor: Diese konnten sich offenbar nicht wehren. Möglicherweise konnte man dem Song ja vor Ort nach einem Sonnenstich und einem Kübel Sangría etwas abgewinnen. Möglicherweise aber auch nicht.

1986, Mexiko: Peter Alexander & DFB-Elf - "Mexico mi amor"

0/10

Fürwahr eine der dunkelsten Episoden in der an Tiefschlägen nicht armen Geschichte offizieller und inoffizieller WM-Songs: 1986 scharte Peter Alexander für das Lied "Mexico mi Amor" die deutsche National-Elf um sich, das Schlager-Machwerk ist nicht mehr oder weniger als ein übles Foul von hinten und ohne Ballkontakt. Die Nummer hat sich völlig zu Recht nicht im kollektiven Fußballgedächtnis gehalten, im Begleit-Video hatten die Spieler zudem größte Mühe, auch nur annähernd lippensynchron zu "singen". Für die große Karriere im Musik-Zirkus reichte es nicht, da konnte auch Peter nicht helfen. P.S. Glauben Sie uns: Das Lied wäre auch bei besserer Videoqualität nicht besser.

1990, Italien: Edoardo Bennato - "Un' Estate Italiana"

8/10

Die Fußball-WM 1990 in Italien bleibt für viele Fans des runden Leders in ihren Dreißigern aus nostalgischen Gründen eine ganz schöne Erinnerung. Auch Österreich war mit dabei - nicht sonderlich erfolgreich, aber immerhin auch nicht ganz blamabel. Ein Volltreffer war der offizielle Song von Edoardo Bennato und Reibeisen-Stimme Gianna Nannini. Ein schönes Intro, ein fabelhafter Refrain, die richtige Mischung aus Mitgröl-Lied und Pathos-Hymne. Mehr vermag ein WM-Lied selten, und wer mag, kann sich das auch heute noch ruhigen Gewissens anhören, ohne sich sehr genieren zu müssen. Grazie, Edoardo.

1990, Italien: New Order - "World in Motion"

7/10

New Order, eine großartige Band und zugleich musikalisches Nationalheiligtum der Briten lösten sich zwar 2007 auf, unter anderem bleibt aber auch dieser Song der WM 1990: "Express yourself, create the space, you know you can win, don't give up the chase. Beat the man take him on, you never give up, it's one on one. Love's got the world in motion, and I know what we can do, love's got the world in motion and I can't believe its true", heißt es da. Bestimmt nicht der beste Song von New Order, immerhin "sangen" und rappten da aber Peter Beardsley, John Barnes, Paul Gascoigne, Steve McMahon, Chris Waddle und Des Walker mit. Helden von früher, und auch das Lied setzte Staub an.

1996, England: The Lightning Seeds - "Three Lions"

10/10

Eigentlich außer Konkurrenz, zumal der Song zur Europameisterschaft 1996, aber trotzdem im Rennen, weil der vielleicht beste und bekannteste Fußball-Song der letzten 20 Jahre: The Lightning Seeds spielten "Three Lions (Football's Coming Home)" (benannt nach den drei Wappen-Löwen auf den englischen Nationaltrikots) zusammen mit dem Comedy-Duo David Baddiel und Frank Skinner ein. Der Song wurde schnell zum Nummer-Eins-Hit, zur internationalen Fußballhymne und viel populärer als der offizielle Turniersong "We're in This Together" von Simply Red (keine Angst, den ersparen wir Ihnen hier).

WM 1998, Frankreich: Rick Martin - "Cup of Life"

5/10

Ricky, die singende Pina Colada aus Puerto Rico schaffte mit "La Copa De La Vida (The Cup Of Life)" einen Riesenhit - die Hymne der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 verschaffte ihm weltweite Bekanntheit und brachte seine Verkaufszahlen ganz nach vorne. Ein Liedchen, das keinem weh tut, andererseits aber auch genau so lange dauert wie es braucht, um wieder vergessen zu werden. Durchschnitt, Männer hören etwas anderes.

WM 1998, Frankreich: Dario G. - "Carneval de Paris"

6/10

Das ZDF setzte den Song für seine Berichterstattung zur Fußball-WM 1998 in Frankreich exzessiv ein, seitdem ist der Titel nicht mehr wirklich vom runden Leder zu trennen. In den Stadien erklingt die Hymne noch immer als Halbzeitmusik - eine Tatsache, die die Nummer, so banal sie auch ist, wesentlich haltbarer gemacht hat als viele vergleichbare Songs. Lassen wir durchgehen, immerhin wird flott aufgetrommelt.

WM 1998, Frankreich: Udo Jürgens & ÖFB-Elf - "Wunderknaben"

1/10

1998 wollte es 20 Jahre nach "Buenos Dias Argentina" ein sichtlich in die Jahre gekommener Udo Jürgens noch einmal wissen und verbrach "Wunderknaben": Was an sich noch verkraftbar gewesen wäre, hätte er nicht auch noch die damals aktuellen ÖFB-Kicker um Unterstützung gebeten. Songs, bei denen man sich nach Vogelzwitschern im Wald, Stille im Eigenheim oder Meeresrauschen sehnt - und eines ist klar: Die eigentlichen Wunderknaben sind hier die Tontechniker, die alles aushielten und mehr oder weniger erfolgreich die Stimmen der Kicker geradebogen. Viel Hall, pathetischer Text, stumpfer Disco-Beat aus den frühen 1990er-Jahren. Rotverdächtig.

2002, Südkorea und Japan: "Stand up (for the Champions")

1/10

Die Gebrüder Fairbrass, die es gerne kahlköpfig und muskulös haben, legten 2002 eine Fußball-Hymne vor, die auch ihre Hörerschaft im Grundschul-Alter angesprochen haben dürfte. Ein knallgelbes Video mit allerlei weiblichen Geschlechtsmerkmalen, ein drolliger kleiner Song, dessen Ablaufdatum wie jener des offiziellen WM-Balles absehbar war. Fußball ist eine ernste Sache, ein bisschen mehr Ernst beim Komponieren täte auch gut.

2006, Deutschland: Sportfreunde Stiller - "54, 74, 90, 2010"

4/10

Sportfreunde Stiller, die bayrische Spaß-Kombo und lebender Beweis dafür, dass man als Sänger keine Note treffen können muss, um erfolgreich zu sein, verschenkten nach der Heim-WM diesen Titel als kostenlosen MP3-Download auf ihrer Website. Deutschland wurde nicht Weltmeister, die "Sportis" legten 2010 kein neues Lied nach, alles wird gut.

2006, Deutschland: Raabe, Ferch & Lohmeyer - "Schieß den Ball ins Tor"

7/10

Völlig anders ging es zur WM 2006 Max Raabe mit Heino Ferch, Peter Lohmeyer und dem Palastorchester an: Der Bariton holte sich - ebenfalls zur WM 2006 in Deutschland - zwei Schauspieler ins Boot, die nicht nur singen können, sondern auch begeisterte Fußballfans sind. Das Ergebnis ist ein herrlich altmodischer Gassenhauer im gemäßigten Marschtempo, nebenbei auch Soundtrack zum fabelhaften Film "Deutschland - ein Sommermärchen": Fußball, einmal unter der soziokulturellen Lupe.

2006, Deutschland: Herbert Grönemeyer - "Zeit, dass sich was dreht"

7/10

"Herbert, mach mal was mit Fußball!" - so oder so ähnlich lautete 2006 wohl die Order an den Obersten der deutschen Pop-Musik: Zusammen mit dem aus Mali stammenden Duo Amadou & Mariam sang der Mann mit der hohen Stirn, und das nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Französisch ("Celebrate the Day" bzw. "Fetez cette journée"). Wenige Tage nach der Eröffnung der WM stürmte die Single an die Spitze der Hitparade und brachte Grönemeyer den zweiten Nummer-Eins-Hit seiner Karriere. Das Lied selbst ist passabel "zusammengestoppelt", erfüllte aber seinen Zweck.

2010, Südafrika: Shakira - "Waka Waka"

3/10

Shakira, Expertin für Hinternwackeln und blutarmen Plastik-Pop gibt sich nach "Hips don't lie" von 2006 erneut für eine WM die Ehre: Zusammen mit Freshly Ground gibt sie "Waka Waka (This Time For Africa)" als Losung aus. Der Song verbindet afro-kolumbianische Rhythmen mit einem Soca-Beat und südafrikanischen Gitarrensounds. "Afrikanische Musik ist sehr inspirierend und wird ihren Platz in der internationalen Popkultur einnehmen", sagte Shakira. Zumindest der erste Teil des Satzes stimmt, das wussten wir schon vorher - wie inspirierend Shakira ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber ja: Wackelnde Hinterteile sind natürlich wieder ausgiebig im Videobild.

2010, Südafrika: Oliver Pocher - "Wir gehen nur zurück, um Anlauf zu nehmen"

1/10

Das Beste an diesem Lied ist vielleicht noch der hübsche Titel, sonst lässt sich wenig Positives über den WM-Song des einstigen Lakaien von Harald Schmidt sagen. Aber es ist halt so: Wenn Weltmeisterschaft ist, schneiden alle ein wenig mit, da drückt man als Fan schon mal beide Ohren zu, um mit Gleichgesinnten schunkelnd und im Gleichtakt den Sieg des Teams herbeizugröhlen. Wie auch Pochers TV-Präsenz im allgemeinen, ist dieses Lied weder besonders lustig noch irgendwie essentiell, aber trotzdem allgegenwärtig. Gut, das ist auch Fußpilz nach häufigen Freibad-Besuchen.

2010, Südafrika: Dellé - "Cry out"

5/10

Ex-Seeed Sänger Dellé ist Deutschland und Afrika zugleich: Geboren in Berlin, aufgewachsen im Gruppengegnerland Ghana, ist er in Deutschland zu einem der erfolgreichsten Musiker aufgestiegen. Seine WM-Nummer "Cry out" bringt gediegenen Dancehall aufs Spielfeld. Wer nicht Pocher hören will, ist hier doch recht gut bedient.

Anpfiff!

THOMAS GOLSER

Bestelltipps

Fussball-WM 2010. Alle Termine, Fotos, Ergebnisse, Hintergrundinfos

Fußball-WM live

Das war die Fußball-WM 2010

GEPA

Die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden ist Geschichte. Von Kraken-Orakel Paul über "Shootingstar" Tom Müller bis zum fürchterlichen Foul von de Jong im Finale wurde einiges geboten.



WM-Fotoserien

Elftal wird in Amsterdam gefeiert 

Elftal wird in Amsterdam gefeiert

 

KLEINE.tv

Seeger: "Große Aufmerksamkeit für Südafrika"

"Der schwarze Kontinent konnte beweisen, dass Großveranstaltungen ohne R...Bewertet mit 4 Sternen

 

WM-Fotos unserer Leser

WM-Teilnehmer 2010

Die WM-Teilnehmer 2010

Die Kleine Kinderzeitung

Die Kleine Kinderzeitung

Sport-SMS

Foto: KLZ DIGITAL/Scheriau

Immer top informiert -holen Sie sich die wichtigsten Sport-News auf Ihr Handy!



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang