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Zuletzt aktualisiert: 06.06.2010 um 20:14 UhrKommentare

Titelverteidiger nur ein "Meister des Abgrunds"

Italiens Fans und Gazetten machen sich nach schwachen WM-Tests große Sorgen. Nur Teamchef Lippi lässt jede Kritik elegant abprallen.

Marcello Lippi

Foto © GEPAMarcello Lippi

Im Lager von Titelverteidiger Italien ist die Stimmung als eher lau zu beschreiben. Zum einen ist der WM-Kader mit einem Durchschnittsalter von 28,9 Jahren der zweitälteste in der Geschichte der Azzurri und Stars der WM 2006 wie Fabio Cannavaro (36) oder Gianluca Zambrotta (33) sind schon etwas in die Jahre gekommen.

Zum anderen haben die Vorbereitungsspiele nicht unbedingt für echte Jubelstimmung gesorgt. Ein mageres 1:1 gegen die Schweiz und einige Tage zuvor ein eher desaströses 1:2 gegen Mexiko haben das Nervenkostüm der Tifosi belastet. Die Partie gegen junge Mexikaner endete nur darum nicht mit einem beschämenderen Ergebnis, weil der Gegner mit seinen Chancen recht großzügig umging und ihm zusätzlich ein Elfmeter vorenthalten worden war. Nichtsdestotrotz machte Italiens Presse aus dem "Campioni del Mondo" (Weltmeister) bereits den "Campioni del Fondo" (Meister des Abgrunds).

Kritikresistent

Nur Teamchef Marcello Lippi reagiert in gewohnt kritikresistenter Form. Er gab zwar zu: "Ich hätte gedacht, dass wir etwas weiter wären", beschwichtigte aber gleich: "Nach dem harten Training hatten alle schwere Beine. Und in Topform müssen wir erst in Südafrika sein. Wir sind ein Kollektiv - stark, kompetent, vereint!" Ob das allerdings bisher unsichtbares System, Spielwitz und Tempo ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Selbst Lippi gesteht ein, dass die "Squadra" nicht zu den stärksten Teams der WM gehört. Doch während er nach dem alten Fußball-Motto, dass Italien dann am meisten gelingt, wenn es die wenigsten erwarten, von einer Leistungsexplosion träumt, fürchtet der Rest Italiens eher eine Blamage. Vom schwächsten Titelverteidiger aller Zeiten war in den Gazetten zu lesen.

Doch die Italiener sind nicht allein. Frankreich hat auch nicht unbedingt geglänzt. Einer 0:1-Pleite gegen China und einem 1:1 gegen Tunesien steht nur ein 2:1 über Costa Rica gegenüber. Und die selbst ernannten Deutschland-Bezwinger aus Serbien verloren gar gegen Neuseeland 0:1.


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