RZB-Analysten sehen Spanien als Weltmeister
Spanien wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 16,4 Prozent die Fußball-WM in Südafrika gewinnen und ist damit der Top-Anwärter auf die FIFA-WM-Trophäe.

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Das haben die Analysten der Raiffeisen Zentralbank (RZB) mit einem aufwendigen Rechenmodell kalkuliert und damit ihre Analyse-Qualitäten auf den Prüfstand gestellt. Die Spanier werden sich im Finale gegen England klar 2:0 durchsetzen und Deutschland kann im Spiel um Platz 3 Brasilien erst im Elfmeterschießen mit 6:5 niederringen - so die sehr präzise, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Prognose, die RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek und sein WM-Experte Wolfgang Ernst heute, Freitag, in Wien präsentiert haben.
Als entscheidend für den Turnierausgang haben die Finanzexperten fünf Einflussfaktoren identifiziert und gleich stark gewichtet: 1. Die Turnierstärke (bisheriges Abschneiden bei allen Fußball-Weltmeisterschaften seit 1930); 2. das aktuelle FIFA-Ranking; 3. das Abschneiden in der WM-Qualifikation; 4. den Marktwert der Spieler; 5. den Fanfaktor (finanzielles Potenzial der Fans, zu ihrer Mannschaft nach Südafrika zu reisen). Diese Faktoren wurden mit einem relativ komplizierten mathematischen Verfahren vergleichbar gemacht und zu einem Indikator kombiniert. Danach wurde anhand einer "Monte-Carlo-Simulation" der Verlauf der Fußball-WM 10.000 mal am Computer simuliert - was die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Teams ergibt, den WM-Titel zu erringen.
Griechenland hat keine reellen Außenseiterchancen
"Die Europäer sind zwar auf den Finanzmärkten die großen Problemkinder", so Brezinschek, "aber auf den Fußballfeldern werden sie ihre wahren Stärken ausspielen". Parallelen zwischen Sport und dem wahren Leben sieht der Analyst dennoch: "Griechenland hat keine reellen Außenseiterchancen, aber auch hier werden die anderen Europäer in die Bresche springen." Deutliche Differenzen zwischen der RZB-Prognose und den Wettquoten gibt es nur beim deutschen Team, dem Brezinschek & Co. eine Titelchance von 15,4 Prozent einräumen, und Brasilien. Von den Buchmachern wird Brasilien hinter Spanien als heißester Titelanwärter gehandelt. "Unserer Ansicht nach ist die brasilianische Mannschaft allerdings überbewertet und bietet mit ihrem Potenzial zu geringe Gewinnchancen", heißt es in der Analyse. "Deutschland lieferte hingegen eine starke Qualifikation ab und kann auch auf zahlreiche Unterstützung der mitgereisten Fans zählen."
Gekränkte Ehre
Ob sie im Vertrauen auf die Qualität ihrer Prognose selbst wetten würden, werden die RZB-Analysten gefragt. Bank- und Fußball-Experte Wolfgang Ernst will nicht unseriös erscheinen: "Ich wette grundsätzlich nicht, ich investiere nur."
Für Prognosen gelte beim Fußball wie auf den Finanzmärkten das Gesetz der großen Zahl, erläuterte Brezinschek. Es gebe zwar hin und wieder Ausrutscher, aber die würden auf lange Sicht wieder ausgebügelt. Auswirkungen der Fußball-WM auf die Wirtschaft will er nicht ausschließen. "Ich kann mir schon vorstellen, dass Spanien seine gekränkte Ehre durch einen Erfolg bei der WM wieder herstellt." Das dadurch ausgelöste Hochgefühl könnte den Spaniern helfen, die bevorstehenden wirtschaftlichen Anstrengungen in den Jahren 2011/12 etwas leichter zu verkraften. Griechenland, das laut RZB-Modell schon in der Vorrunde ausscheiden wird, gehe ohnehin nicht mit allzu hohen Erwartungen in die WM.
















