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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2010 um 18:52 UhrKommentare

Die schöne Charlize Theron gibt Afrika Hoffnung

Die Schauspielerin Charlize Theron, der schönste Export Südafrikas, ist auch Fußballfan. Für die WM in ihrer Heimat gibt sie einfach alles.

Foto © Reuters

Dieses Ticket hätte wohl jeder gern gelöst: Dem höchstbietenden Spender für ihr Kinderhilfswerk in Afrika versprach Charlize Theron im Herbst Karten für ein WM-Spiel in ihrer Heimat Südafrika plus ein Treffen mit ihrem Freund Nelson Mandela. Und dann legte die Schauspielerin bei der Gala in San Francisco zum Preistreiben auch noch einen Kuss drauf, "obwohl ja die Schweinegrippe umgeht", wie sie lachend warnte.

140.000 Dollar war jemandem das schöne Risiko wert. Die begeisterten Gäste zählten die 20 Sekunden Lippen auf Lippen laut mit, dann erst ließ die stolze Gewinnerin der Zärtlichkeitstrophäe von der überraschten, aber amüsierten Theron ab.

Abseits

Die 34-Jährige lässt sich eben durch nichts schockieren. Da schockt sie schon lieber selber. Entweder als in Serie killendes "Monster" mit Engelsgesicht in ihrem Oscar-Film aus 2004. Oder auch die hohen Herren der FIFA. Bei der Generalprobe zur WM-Auslosung in Kapstadt, wo Theron die Gruppengegner zog, rief sie ja bei der letzten Los-Kugel aus der Schüssel keck: "Irland!" Ein kleiner Seitenhieb auf Frankreich, das bekanntlich mit dem "glücklichen Händchen" von Thierry Henry die Iren ausgebootet hatte. Und wohl auch ein kleiner Trost für ihren damaligen Freund, den irischen Schauspieler Stuart Townsend, der aber seit Kurzem im Abseits steht und - so wollen es die Gerüchte - durch den Einwechselspieler Keanu Reeves ersetzt wird.

Fotos, die kürzlich von ihr und dem kanadischen Schauspieler ("Matrix") aufgetaucht sind, zeigen Küsse, die wohl nichts mit WM-Tickets zu tun haben. Theron selbst schweigt dazu: "Es gibt bestimmte Dinge in meinem Leben, die mir heilig sind."

1975 in der Nähe von Johannesburg als Tochter von Eltern deutscher und französischer Herkunft geboren, hatte Theron als 15-Jährige mit ansehen müssen, wie ihr Vater, ein Alkoholiker, von ihrer Mutter erschossen worden war. In Notwehr. Ein Jahr später zog sie mit einem Einjahresvertrag als Model in der Tasche nach Mailand.

Später, in New York, beendete eine Knieverletzung ihre Ballettkarriere abrupt. Aber da gab es ja auch noch L. A. Zum Start 1995 noch eine kleine stumme Rolle, heute eine der ganz großen Stimmen Hollywoods mit Gagen von zehn Millionen Dollar pro Film. Theron, seit drei Jahren US-Staatsbürgerin, bleibt aber trotz des Höhenflugs auf dem Boden, trampt gern mit Rucksack und engagiert sich für Frauenrechte und Tierschutz ebenso wie nun für den Fußball, den sie als Medium humanitärer Arbeit sieht.

Fußballplätze

Mit ihrem "Africa Outreach Project" unterstützt sie neben dem Bau von Fußballplätzen auch Gesundheitsvorsorgen für Jugendliche und HIV-Opfer: "Ich bin im wohl schönsten Land der Welt geboren", sagt Theron, "aber die Probleme sind nicht wegzuleugnen." Ganz Afrika, wo die Gefahr, an Aids zu erkranken, bei 50:50 stehe, brauche eine sicherere, gesündere, bessere Zukunft.

"Es ist schön, wenn sich jetzt bei der WM die Scheinwerfer auf Südafrika richten", freut sich der Fußballfan, "aber es soll darüber nicht vergessen werden, dass es auf dem ganzen Kontinent immer noch viele Schattenseiten gibt, die es zu beseitigen gilt." Ein Cup der guten Hoffnung also (nicht nur) für Charlize Theron.

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MICHAEL TSCHIDA

Zur Person:

Charlize Theron, geboren am 7. August 1975 in Benoni bei Johannesburg, Südafrika.

Karriere: mit 16 Model, Ballettausbildung in New York.

Filme: The Life and Death of Peter Sellers, Kaltes Land, 2003 Oscar für Monster.

Wussten Sie,

dass der Austrian Club in Kapstadt lustigerweise aus einem Fußballklub hervorgegangen ist, der in den 1950ern von ausgewanderten Vorarlberger Textilarbeitern gegründet wurde? Mittlerweile ist der Verein im Wesentlichen für (volks-)kulturelle Begegnungen zuständig und im Schweizer Klubhaus beheimatet, wo sich regelmäßig die rund 100 Mitglieder aus Österreich, Deutschland und der Schweiz treffen.

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