David Beckham - der Prototyp des Homo Metrosexualis
David Beckham riss sich die Achillessehne und wird bei der WM fehlen.

Foto © Emporio ArmaniBeckham - die fußballspielende Werbe-Ikone
Als am 2. Mai 1975 im englischen Leytonstone ein gewisser David Robert Joseph Beckham das Licht der Welt erblickte, konnte noch niemand ahnen, dass der Schreihals später Fußball-Fans zu Jubelstürmen und seine weiblichen Verehrerinnen zu entrücktem Gekreische hinreißen würde.
Doch mittlerweile, über drei Jahrzehnte später, ist David Beckham mehr als ein englischer Fußballstar, der bei Manchester United, Real Madrid, Los Angeles Galaxy und dem AC Milan Maßflanken schlug und abseits des Spielfeldes Maßanzüge trug. Aus dem kleinen David Robert Joseph Beckham aus dem Nordlondoner Arbeitervorort Chingford wurde ein Superstar mit dem Status eines Popstars, eine Stilikone und das Idol eines neu kreierten Männerbilds. "Mit ihm bekam eine in den späten 90er Jahren von Marketingexperten erdachte Kategorie Mann ihre Leibhaftigkeit: der Homo Metrosexualis. Heterosexuell, aber Stil und Konsumverhalten von Homosexuellen übernehmend", schrieb man einst über Beckham.
Trendsetter
Seit über einem Jahrzehnt gibt er Frisuren- und Modetrends vor, er trägt Wickelröcke, modelt für Unterwäsche von Armani - ein ganzer Kerl mit Pediküre und Nagellack. Seit seiner Hochzeit mit "Posh Spice" Victoria im Jahr 1999 ist er auch der Liebling des Boulevards. Die Beckhams machen Auflage und "Times"-Kolumnist Simon Kuper befand sogar, dass David und Victoria Beckham "den verwaisten Thron, den Lady Di hinterlassen hat", bestiegen hätten.
Victoria ist es auch, die "ihren" David zum weltweit heiß begehrten It-Boy modellieren ließ. Zu einem It-Boy mit einer fast unüberschaubaren Menge an Werbeverträgen, zu einem Vater, der seinen drei Söhnen schon einmal einen Mini-Ferrari um 50.000 Euro kauft. 18 Tatoos zieren Beckhams Körper, das letzte kam erst im März hinzu, noch vor dem bitteren Achillessehnenriss am vergangenen Sonntag. Die Verletzungspause könnte der Superstar nun vielleicht dazu nützen, um an einer seiner Neurosen zu arbeiten. So darf etwa in Beckhams Kühlschrank niemals eine ungerade Anzahl an Getränkedosen stehen. So ist das eben, wenn man sonst kaum Sorgen hat.
















