Südafrika glaubt nach Togo-Anschlag fest an WM-Sicherheit
Südafrika wehrt sich nach dem Anschlag auf das Fußball-Nationalteam Togos auf der Anreise zum Afrika-Cup in Angola gegen Zweifel an der Sicherheit während des WM-Turniers im Sommer.

Foto © ReutersVerband kritisierte Berichterstattung ausländischer Medien
Der "schockierende und inakzeptable Angriff auf die Mannschaft Togos" sollte in seiner Bedeutung "nicht übertrieben" werden, sagte der Präsident Südafrikas, Jacob Zuma, am Sonntagabend in Luanda (Angola). Dies berichtete Zumas Sprecher Vincent Magwenya nach dem feierlichen Auftakt des Turniers bzw. dem sonntägigen Eröffnungsspiel zwischen Angola und Mali (4:4). Der Präsident habe betont, dass der Vorfall in Angola keine Auswirkung auf die Fußball-WM 2010 haben werde.
"Unverantwortlich".
Südafrikas Fußballverband kritisierte die Berichterstattung ausländischer Medien nach dem Terroranschlag in Angola über angebliche Sicherheitsprobleme auch bei der WM in Südafrika als "unverantwortlich". "Es ist eine sehr gefährliche Generalisierung, wenn Leute einfach behaupten, weil es in Angola geschehen sei, werde es auch in Südafrika passieren", sagte Verbandspräsident Kirsten Nematandani am Montag. Der Zürcher "Tages-Anzeiger" schrieb über das Attentat, dass das Debakel von Cabinda der angolanischen Regierung anzulasten sei. "Ausgerechnet die Unruhe-Enklave wählte sie als Austragungsort von sieben Spielen des Afrika-Cups aus. Tragischerweise hat der westafrikanische Staat nicht allein für den verfehlten Wagemut zu zahlen. Seit die FIFA Südafrika den Zuschlag für die WM 2010 gegeben hat, hagelt es Einwände.
Nun sollen es die FLEC-Rebellen sein, die einen Schatten auf die afrikanische Fußball-WM werfen: Auch diese Einschätzung ist jedoch unhaltbar. Denn Angola hat mit Südafrika etwa so viel gemein wie Albanien mit Norwegen: Und wer würde die Absage der Olympischen Spiele in London fordern, wenn im Baskenland wieder einmal eine Bombe explodiert?" Die westfranzösische Zeitung "Charente Libre" bezeichnete die Rückkehr des Togo-Teams nach Lome als "Symbol". "Das Argument, wonach die Absage des Afrika-Cups unwiderlegbar der Sache der Rebellen dienen würde, ist sehr praktisch. Das gleiche Argument hatte sich nach der Geiselnahme der israelischen Athleten durch eine palästinensische Gruppe bei den Olympischen Sommerspielen von 1972 in München durchgesetzt."
Für die rechtsliberale spanische Zeitung "El Mundo" habe der Anschlag die Fußballwelt in Alarmstimmung versetzt. "Es konnte nicht ausbleiben, dass Parallelen zur WM gezogen werden. Man stellt sich die Frage, ob Südafrika in der Lage sein wird, die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer zu gewährleisten", schrieb das Blatt. Deutschlands FIFA-Exekutiv-Mitglied Franz Beckenbauer setzt großes Vertrauen in das WM-Gastgeberland. "Ich bin sicher, dort wird nichts Derartiges passieren wie in Angola", sagte der "Kaiser". Es wäre jedoch ein Fehler, wenn man nun Südafrika mit Angola in einen Topf werfe. Angola sei von "27 Jahren Bürgerkrieg und inneren Konflikten immer noch gezeichnet. Vielleicht kam der Afrika-Cup für Angola etwas zu früh. Südafrika dagegen ist die Wirtschaftsnation des Kontinents". DFB-Präsident Theo Zwanziger bezeichnete den Vorfall in Angola als "unfassbar, schmerzlich und bedauerlich". Er kündigte an, dass "alles Erdenkliche für die Sicherheit" der DFB-Delegation in Südafrika unternommen werde.
















