Fifa bleibt hart: Frankreich fährt zur WM
Der Internationale Fußball-Verband FIFA hat am Freitag eine Wiederholung des Play-off-Rückspiels der WM-Qualifikation zwischen Frankreich und Irland ausgeschlossen.
Quelle © AP "Hand Gottes" bringt Frankreich zur WM
Schiedsrichter-Entscheidungen seien Tatsachen-Entscheidungen, meinte die FIFA sinngemäß auf ihrer Homepage http://www.fifa.com. Dem letztlich entscheidenden 1:1 Frankreichs war ein nicht geahndetes Handspiel von Thierry Henry vorausgegangen.
Fakten
"Ich denke, dass Fair Play ein Hauptbestandteil des Spiels ist. Das Match sollte wiederholt werden", fordert Irlands Premierminister Brian Cowen.
Irland kämpfte nach einer 0:1-Niederlage im Heimspiel wacker, führte im Stade de France nach 90 Minuten 1:0 und hatte etliche Chancen auf das 2:0. Das gelang nicht, also ging es in die Verlängerung. Und dort hatte Starstürmer Thierry Henry in der 103. Minute seinen umstrittenen, ja unfairen Auftritt: Mit der Hand servierte er den Ball seinem Teamkollegen William Gallas, der zum 1:1-Ausgleich traf.
Späte Einsicht
So ziemlich jeder hatte gesehen, was passiert war - nur der norwegische Schiedsrichter Martin Hansson nicht. Er gab den Treffer und Henry ließ sich feiern, als wäre nichts gewesen. Nach dem Match plagte aber das schlechte Gewissen und der 32-Jährige gab zu: "Ich will ehrlich sein, es war ein Handspiel. Aber ich bin ja nicht der Schiedsrichter."
Damit hat auch Frankreich seine "Hand Gottes" und Erinnerungen an 1986 werden wach. Damals hatte Diego Maradona Argentinien mit einem Handtor gegen England (Endstand 2:1) ins WM-Halbfinale geschossen. Der Superstar gab das Handspiel seinerzeit nicht zu und erklärte, die "Hand Gottes" habe getroffen.
Die Insel kocht
Dass Henry die unfaire Aktion eingestand, hilft den Iren auch nicht wirklich weiter, die ganze Insel kocht, fühlt sich um die WM betrogen. Der irische Fußball-Verband fordert offiziell eine Wiederholungsspiel und verlangt von Frankreich, sich der Forderung nach einer Neuaustragung anzuschließen. "Wenn uns der französische Verband unterstützt, glaube ich, dass die FIFA dem Wunsch nachkommen wird", erklärte FAI-Direktor John Delaney. "Wenn wir uns auf diese Art qualifiziert hätten, wäre ich nicht zufrieden. An ihrer Stelle würde ich sagen: Eine Neuaustragung ist die richtige Entscheidung", meinte Delaney in Richtung der Tricolores.
Auch Irlands Premierminister Brian Cowen und Justizminister Dermot Ahern wollen eine Neuaustragung, haben aber wenig Hoffnung: "Das wird die Fifa kaum machen, weil wir nur ein kleiner Fisch im Weltfußball sind. Aber wenn das Resultat bleibt, verstärkt es die Meinung, dass man gewinnt, wenn man betrügt."
Geradliniger formuliert es Irland-Torjäger Kevin Doyle: "Wir sind stinksauer. Ich verstehe ja, dass es Henry versucht, aber dass er damit durchkommt, ist eine Schande." Das meinen auch englische Medien, die Henry als "Räuber" und "Betrüger" bezeichnen. Und sogar in Frankreich sind bei weitem nicht alle glücklich mit dem auf diese Weise geschafften Aufstieg. In einer Online-Umfrage der Zeitung "Le Monde" meinten 89 Prozent von 38.000 Lesern, Frankreich habe die Qualifikation nicht verdient. Und Sport-Ministerin Roselyne Bachelot sagte: "Die Franzosen sind beunruhigt und enttäuscht."
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Fakten
Die Fifa hat den Erhalt des Schreibens des irischen Verbandes bestätigt, ein Termin einer Entscheidung ist noch nicht bekannt.

















