Sudan bereitete sich auf "Invasion" aus Ägypten, Algerien vor
Die letzten zwei Fahrkarten zur Fußball-WM 2010 außerhalb Europas werden am Mittwoch in Montevideo zwischen Uruguay und Costa Rica sowie auf neutralem Boden in Omdurman zwischen Ägypten und Algerien ausgespielt.

Foto © ReutersHassan Shehata
Während in Südamerika die Hausherren im Barrage-Rückspiel mit einem 1:0-Vorsprung beginnen, handelt es sich im Sudan um ein Entscheidungsspiel der Afrika-Zone (Gruppe 3).
Der Sudan, südlich von Ägypten gelegen, hat sich auf eine "Invasion" von Anhängern vorbereitet. Aus Algerien werden 18 Flugzeuge, aus Ägypten sogar 48 Maschinen erwartet, 2.000 Menschen sollen mit Bussen aus dem Nachbarland kommen. Für beide Länder sind 9.000 Eintrittskarten vorgesehen, 17.000 Plätze sind für sudanesische Zuschauer reserviert. Sicherheitsmaßnahmen wurden groß geschrieben.
Ausschreitungen
Nicht zuletzt deshalb, weil vor dem Samstag-Spiel in Kairo der Bus mit den algerischen Spielern angegriffen, drei Akteure verletzt worden waren und es zu Ausschreitungen gekommen war. "Wir sind auf alles vorbereitet, haben 15.000 Polizisten in den Straßen und an neuralgischen Stellen im Einsatz", kündigte Abdelrahman Al-Khidr, der Gouverneur der Hauptstadt Khartoum an.
Zum Sportlichen: Die Barrage ist notwendig geworden, nachdem die Ägypter am Samstag 2:0 gewonnen und damit mit den Verlierern in der Gruppe nach Punkten und Toren gleichgezogen haben. Die Protagonisten mahnen unterdessen zur Besonnenheit aller Beteiligten. "Wir spielen Fußball als Freude und zum Spaß, und nicht um einen Krieg anzuzetteln", sagte der ägyptische Teamchef Hassan Shehata.
Ausgelassen wird es an diesem Abend auch über dem Atlantik zugehen, wenn zwischen dem Fünften der Südamerika-Zone Uruguay und dem Vierten der CONCACAF-Zone Costa Rica nach der über zwei Jahren währenden Qualifikation der 32. und letzte Teilnehmer für die WM-Endrunde in Südafrika feststeht. "Wir können es gar nicht mehr erwarten, unser Volk glücklich zu machen", freute sich Uru-Kapitän Diego Lugano, der in San Jose das Goldtor erzielt hatte.
Überzeugend war die Leistung der "Celeste" dort aber nicht. "Als der Gegner nur noch zehn Mann (Ausschluss Randall Azofeifa, Anm. d. R.) auf dem Feld hatte, waren wir zu defensiv. Wir träumen seit dreieinhalb Jahren von Südafrika, jetzt wollen wir es realisieren", sagte Teamchef Oscar Washington Tabarez. Der zweifache Weltmeister hat schon zweimal eine Barrage bestreiten müssen und traf dabei jeweils auf Australien. 2002 gelang die WM-Teilnahme, vier Jahre später musste man den "Socceroos" den Vortritt lassen.
Sein Gegenüber Rene Simoes und seine Schützlinge haben die Flinte noch nicht ins Korn geworfen. "Wir müssen daran glauben, dass wir es schaffen. Es ist noch nicht vorbei. Uruguay hat die WM 1950 im Maracana von Rio de Janeiro gewonnen, warum sollte wir jetzt nicht im Centenario gewinnen", gab sich der brasilianische Trainer kämpferisch.
Der Admira-Stürmer Froylan Ledezma, der am Samstag nicht eingesetzt worden war, hat das Team-Camp Costa Ricas vor dem AQbflug nach Montevideo am Sonntag verlassen. "Seine Entscheidung wurde von uns als Akt der Disziplinlosigkeit aufgefasst, der Fall wurde an die Disziplinarkommission des Verbandes übergeben", erklärte Generalsekretär Joseph Ramirez.
















