Maradonas Skandalsager wird ein Fall für die FIFA
Nach seinen verbalen Entgleisungen leitet die FIFA ein Disziplinarverfahren gegen Fußball-Legende Maradona ein. Die Empörung in Argentinien ist weiterhin groß.

Foto © APMaradona
Der Weltfußballverband FIFA wird nach den verbalen Entgleisungen von Diego Maradona ein Disziplinarverfahren gegen Argentiniens Teamchef einleiten. Dies kündigte FIFA-Präsident Sepp Blatter am Freitag an. "Die Berichte, die wir bisher bekommen haben, lassen uns keine andere Alternative, als den FIFA-Disziplinarausschuss zu bitten, ein Verfahren gegen den Trainer Diego Armando Maradona zu eröffnen", erklärte der Schweizer in Kairo, wo er das Finale der U20-Weltmeisterschaft besucht.
Maradona war nach dem 1:0 gegen Uruguay und der damit verbundenen Qualifikation für Südafrika 2010 gegenüber Journalisten und Kritiker bei einer live im Fernsehen gezeigten Pressekonferenz mehrmals ordinär geworden.
Scharfe Kritik
In Argentinien hatte der Wutausbruch des "Goldjungen" für Empörung gesorgt. "Ein Festival der Verbitterung", titelte die Zeitung "La Nacion" am Donnerstag. "Provokativ, anmaßend. Diese Obszönitäten werden um die Welt gehen und die Schande vergrößern. Mit dem Team geht es weiter bergab." Die auflagenstärkste Tageszeitung "Clarin" meinte: "Anstatt in jener Nacht, in der er sein Ziel erreichte, zu relaxen und den Moment zu genießen, ließ er seinen Aggressionen freien Lauf."
Argentiniens Verbandschef Julio Grondona versuchte zu beschwichtigen und zeigte Verständnis für die unpassende Wortwahl seines prominenten Trainers. "Leute können in der Hitze des Moments Dinge sagen, die ihnen später leidtun", sagte Grondona. Er denke nicht an eine Ablöse der 48-jährigen Fußball-Legende. Stattdessen soll im kommenden Monat ein Gespräch über die Zukunft des Weltmeisters von 1986 stattfinden. Die Fans der "Albiceleste" sehen dies scheinbar anders: In einer von "La Nacion" am Donnerstag initiierten Online-Umfrage sprachen sich 79 Prozent für den Rauswurf Maradonas aus.
Maradona betonte am Freitag, dass er nicht bereit sei, sich für seine verbalen Entgleisungen nach der geschafften WM-Qualifikation zu entschuldigen. "Ich werde mich nicht entschuldigen. Ich habe das Recht, jenen die Meinung zu sagen, die schlecht über mich reden", erklärte Maradona in einem Radio-Interview.

















