England und Spanien vor WM-Teilnahme - Portugal zittert
Sieben Siege in sieben Spielen - England und Spanien können ihre Tickets für die WM 2010 in Südafrika am Mittwoch nach bisher souveräner Qualifikation endgültig buchen.

Foto © ReutersBlick in die WM-Zukunft
Während es die Engländer mit einem Sieg im direkten Duell mit Kroatien selbst in der Hand haben, müssen die Spanier auch nach Bosnien schauen. Auch Dänemark und die Slowakei könnten sich vorzeitig qualifizieren, wenn ihnen andere Ergebnisse in die Karten spielen. Bisher haben aus der Europa-Zone nur die Niederlande ihr WM-Ticket in der Tasche. Für England dürfte die Qualifikation aber nur noch Formsache sein. Vier Punkte führen die Engländer bei einem Spiel weniger vor Kroatien, selbst eine Niederlage in Wembley wäre das Ende nicht. Doch gegen die Kroaten geht es allerdings nicht nur um Punkte, sondern vor allem ums Prestige. Der neue Erzfeind war es gewesen, der England vor knapp zwei Jahren mit einem 3:2-Sieg in London bei der EURO 2008 zum Zuschauer gemacht hatte.
"Die Fans wollen vielleicht Rache, aber das ist nicht das Wichtigste für uns. Das Wichtigste ist die WM", erklärte David Beckham. Teamchef Fabio Capello habe der Mannschaft nach der verpassten EM ihren Glauben an sich selbst wieder gegeben. Da akzeptiert es Beckham auch, aufgrund des Überangebots im Mittelfeld wohl nicht von Beginn an aufgeboten zu werden. Auch im Sturm hat Capello neben Wayne Rooney die Qual der Wahl - sie dürfte auf den zuletzt treffsicheren Jermain Defoe fallen. Mit 26:4 hat England das beste Torverhältnis aller 53 europäischen Teams vorzuweisen. Spanien kann seines (18:2) zu Hause gegen Estland aufbessern. Sollte die Türkei im direkten Duell um Platz zwei in Bosnien gewinnen, wären die Spanier sogar schon mit einem Remis bei der WM. Trotz der bisher makellosen Quali-Bilanz sei sein Team noch nicht am Zenit, meinte Fernando Torres. "Wir sind in einer Phase, in der wir noch besser werden können", versicherte der Stürmerstar. Eine Drohung in den Ohren der Konkurrenz.
Der Glaube ist da
Ex-Europameister Dänemark könnte sich zum ersten Mal seit 2004 für ein Großereignis qualifizieren - mit einem Sieg in Albanien und gleichzeitiger Schützenhilfe aus Portugal und Malta. Während ein Punktgewinn der Malteser gegen Schweden unrealistisch erscheint, spielt Portugal in Ungarn selbst um seine letzte Chance. Das Starensemble hat es als Vierter in Gruppe 1 nicht mehr selbst in der Hand. Sollte der Pflichtsieg in Ungarn ausbleiben, sind Cristiano Ronaldo und Co. in Südafrika wohl nur Zuschauer. "Es hängt nicht mehr nur von uns ab", gestand Ronaldo. "Aber wir glauben noch daran." Zumindest Platz zwei sei noch möglich. Den haben auch Schweden und Ungarn anvisiert.
Die Slowakei könnte ihre erste WM-Teilnahme überhaupt fixieren, benötigt dafür in Gruppe 3 im direkten Duell mit Verfolger Nordirland in Belfast einen Sieg - und ein Remis im Parallelspiel zwischen Slowenien und Polen. Tschechien (gegen San Marino) scheint aus dem Rennen. In Gruppe 4 will Deutschland mit einem Heimsieg gegen Aserbaidschan, in dem Rene Adler den erkrankten Robert Enke im Tor ersetzen wird, auf Kurs bleiben. Verfolger Russland muss vor dem direkten Duell im Oktober in Wales bestehen. Weltmeister Italien kann in Gruppe 8 mit einem Heimsieg gegen Bulgarien einen weiteren Schritt Richtung Südafrika tun. Irland ist spielfrei und wäre bereits vier Punkte zurück. Italiens Angreifer sind allerdings schon vier Spiele ohne Torerfolg. Für den 2:0-Sieg in Georgien bedurfte es zweier Eigentore von Kakha Kaladze. "Tore sind kein Problem", meinte Teamchef Marcello Lippi. "Es kann wieder einer ihrer Verteidiger treffen, oder von mir aus auch (Torhüter) Buffon mit einem Kopfball. Wichtig ist, dass wir gewinnen."
Gute WM-Chancen hat nach dem 2:0 gegen Griechenland auch die Schweiz. Die Eidgenossen gastieren in der vermeintlich einfachsten Gruppe 2 beim Tabellendritten Lettland, die Griechen müssen nach Moldawien. Die Niederlande - wie England und Spanien mit weißer Weste - gehen nach geschaffter Quali bereits ohne Druck in ihr Gastspiel in Schottland. Den Schotten reicht in der letzten Runde in Gruppe 9 bereits ein Remis zu Endrang zwei. Die Verfolger Norwegen und Mazedonien müssen zum Abschluss das direkte Duell gewinnen und auf Schützenhilfe aus den Niederlanden hoffen.
















