Constantini: "Spielmacher gibt es nicht mehr"
Den Spielmacher alter Tradition gibt es nicht mehr. Auch Österreich hat Anschluss an die Moderne gefunden.

Foto © APA
In Österreichs Fußballteam hält nicht nur die Jugend, sondern auch die Moderne Einzug. Für Teamchef Didi Constantini stellt das Match in Klagenfurt gegen Kamerun nicht direkt eine Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben in der WM-Qualifikation dar, er will zunächst bloß eine Bestätigung der Leistung gegen Serbien sehen. "Sie sollen beweisen, dass diese Partie kein Zufall war."
Das würde auch einer Weiterentwicklung jenes Stils gleichkommen, der den Spielmacher in der herkömmlichen Tradition in das fußballerische Antiquariat befördert hat. Noch unter Josef Hickersberger und erst recht mit Karel Brückner galt etwa Andreas Ivanschitz als der Vertreter einer aussterbenden Spezies, nämlich des "Zehners". Dieser herrschte einst über die Spielfelder, verteilte als Kopf der Mannschaft die Bälle. Diese Zeiten sind vorbei.
Positiv austauschbar
"Wir teilen das auf", sagt Constantini, der grundsätzlich seine Mannschaft für "intelligent genug" hält, um im Kollektiv erfolgreich und im Bedarfsfall so flexibel wie nötig zu sein. "Den Spielmacher, der nur nach vorne arbeitet, den gibt es sowieso nicht mehr." Die Kicker sind, bei gleichzeitig gestiegener spielerischer Qualität und Schnelligkeit im positiven Sinn austauschbarer geworden. Wer welche Position einnimmt, ist längst nicht mehr von so entscheidender Bedeutung.
"Auch Manchester United hat keinen Spielmacher", sagt England-Legionär Paul Scharner, Kapitän der Nationalmannschaft. Vor allem das im internationalen Fußball üblich gewordene hohe Tempo würde diese Rolle ad absurdum führen. Jeder Einzelne auf dem Feld wird damit gewissermaßen zu einem kleinen Spielmacher, ausgestattet mit der unumgänglichen Eigenverantwortung.
Dass die sowohl von Routinier Scharner als auch von Neuling Christopher Trimmel konstatierte positive Stimmung nicht in eine zu lockere, dem Leichtsinn nahe kommende Atmosphäre ausufert, "dafür sorge ich schon", sagt Constantini. "Aber die Burschen sollen Freude am Leben haben." Gegen Kamerun soll der in Serbien viel zu kurz gekommene "Abschluss" gefunden werden. Dafür ist aber das "sehr starke Mittelfeld" der Afrikaner zu überwinden. Und das Tor.
Features
Tickets sichern
Der Ansturm auf die Eintrittskarten für das freundschaftliche Länderspiel (20.30 Uhr) war so groß, dass weitere Fan-Sektoren geöffnet wurden.
Im Stadion ist nun Platz für 28.000 Besucher.
Wer live dabei sein möchte, hat also noch die Chance auf Tickets. Die Stadion-Kassen sind ab 9 Uhr geöffnet.
90 Minuten hören
Der ÖFB bietet Sehbehinderten und blinden Besucher im Stadion ein besonderes Service. Erstmals seit der Euro wird die Partie auf einer UKW-Frequenz übertragen.
Die Kommentare von Markus Terrant und Florian Prates sind mit jedem Radio und Radio-tauglichen Handys im Stadion zu empfangen.


















