Kameruns "Dschungellöwe" Eto'o als Bedrohung für ÖFB-Team
Österreichs Fußball-Nationalteam bekommt es am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF1) in Klagenfurt im Testspiel gegen Kamerun mit einem der besten Stürmer der Welt zu tun.

Foto © ReutersSamuel Eto'o
In 143 Pflichtspielen für den FC Barcelona erzielte Samuel Eto'o 98 Treffer, zuletzt feierte er auch zumindest einen persönlichen Erfolg bei seinem neuen Club Inter Mailand. Das italienische Supercup-Finale am Samstag in Peking ging zwar gegen Lazio 1:2 verloren, doch für den Ehrentreffer für den Meister zeichnete der 28-Jährige verantwortlich.
Rebellischer Charakter
"Ich bin ein Dschungellöwe. Ich gebe niemals auf", sagt Eto'o über sich selbst. Sein rebellischer Charakter trug wohl wesentlich zu seinen Erfolgen bei, bescherte ihm aber auch so manchen Konflikt. "Madrid, cabron, saluda al campeon", rief er bei der Meisterfeier von Barcelona vor vier Jahren sechs Mal in Folge ins Mikrofon, was frei übersetzt so viel bedeutet wie: "Grüßt den Meister, ihr Arschlöcher von Real Madrid."
Die "Königlichen" hatten Eto'o als 15-Jährigen in die spanische Hauptstadt geholt und ihn danach mehrmals verliehen, ehe ihn der FC Barcelona 2004 unter Vertrag nahm - die Titelgewinne 2005, 2006 und 2009 sowie die Champions-League-Siege 2006 und 2009 mit den Katalanen waren seine süße Rache am verhassten Ex-Club.
Doch trotz aller Erfolge machte sich Eto'o auch in Barcelona nicht nur Freunde. Vor zwei Jahren trug er seine Meinungsverschiedenheiten mit den damaligen Barca-Stars Ronaldinho und Deco in der Öffentlichkeit aus und vor einem Jahr war der Kameruner von Trainer Josep Guardiola eigentlich schon ausgemustert. Eto'o aber schwieg, trainierte verbissen und fand zurück in die Mannschaft, mit der er anschließend das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Cup gewann und dabei 36 Tore erzielte.
Zerwürfnisse
Dennoch war die Zeit des "unbezähmbaren Löwen" bei den Katalanen abgelaufen. Gerüchte über Zerwürfnisse mit Club-Kollegen machten die Runde, und Guardiola tat wenig, um sie zu entkräften, als er kurz vor dem Eto'o-Wechsel zu Inter im Juli meinte: "Es ist das Beste für die Mannschaft, für den Club und wahrscheinlich auch für ihn selbst, wenn er geht."
So wurde Eto'o Bestandteil eines der spektakulärsten Transfer-Deals der vergangenen Jahre. Barca schickte den Torjäger samt 45 Millionen Euro nach Mailand und erhielt dafür Zlatan Ibrahimovic. Zumindest finanziell hat es sich Eto'o dadurch nicht verschlechtert, immerhin soll der leidenschaftliche Sammler von Luxus-Karossen beim neuen Arbeitgeber von Marko Arnautovic jährlich neun Millionen Euro kassieren.

















