Verfolger Paraguay verspricht Brasilien heißen Spitzentanz
Um Tabellenführung in WM-Qualifikation. Maradona verzichtet in Höhenluft von Quito auf Barca-Star Messi.

Foto © GEPAPaulo da Silva
Am Wochenende haben die Paraguayer ihre Tabellenführung in der südamerikanischen Qualifikation für die Fußball-WM 2010 durch ein 0:2 daheim gegen Chile an Brasilien verloren. In der Nacht auf Donnerstag müssen sie nun zum Schlager der 14. und fünftletzten Runde zum punktegleichen Spitzenreiter nach Recife. Dort sind die Hausherren natürlich Favorit gegen die "Albirroja", die aus den jüngsten drei Partien nur einen Punkt geholt hat.
Gefährlich. Die Gäste wollen dem Rekordweltmeister einen heißen Spitzentanz liefern. "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann sind wir praktisch in Südafrika. Wir wissen alles über die Brasilianer und wie gefährlich sie sind, wenn man ihnen Platz zum Spielen gibt. Wir glauben an unsere Fähigkeiten", posaunte der zuletzt gesperrt gewesene Verteidiger Paulo da Silva. Das Hinspiel am 15. Juni 2008 in Asuncion hatte Paraguay durch Tore von Roque Santa Cruz und Salvador Cabanas 2:0 gewonnen.
Starke Elf. An das jüngste Duell in Brasilien erinnern sich die Gäste jedoch nur ungern zurück. Vor vier Jahren hatte es eine 1:4-Abfuhr gesetzt. Auf dem Weg zur angestrebten vierten WM-Teilnahme in Serie hat Paraguay auf der Station Recife nicht die stärkst Elf zur Verfügung. Santa Cruz ist nach einer Knieverletzung noch nicht fit, Nelson Valdez, Oscar Cardozo und Julio Manzur sind gesperrt.
Taktik. Die Brasilianer, die unter Teamchef Carlos Dunga wieder die Konter-Taktik in ihr Repertoire aufgenommen haben, tun sich vor eigenem Publikum gegen massierte Abwehrreihen oft schwerer als in der Fremde. So kamen Kaka, Robinho und Co. daheim gegen Bolivien, Kolumbien und Argentinien jeweils nicht über ein 0:0 hinaus. Gegen Paraguay muss die "Selecao" außerdem auf Luis Fabiano verzichten. Der Stürmer, der mit sieben Treffern die Schützenliste der Gruppe anführt, wurde beim 4:0 in Uruguay ausgeschlossen und ist daher gesperrt.
Rückstand. Endet das Spitzenduell Remis, könnten Chile und Argentinien zu lachenden Dritten werden, Brasilien und Paraguay über- bzw. einholen. Die nur einen Zähler zurückliegenden Chilenen haben daheim mit dem Tabellenvorletzten Bolivien eine auf dem Papier leichte Aufgabe vor sich. Hingegen müssen die "Gauchos", die zwei Punkte Rückstand aufweisen, in die dünne Höhenluft nach Ecuador zum Tabellensechsten, der zuletzt mit dem 2:1 in Peru seine Chancen auf Rang fünf und das Play-off wahrte.
Debakel. Mit der Höhenlage haben die Argentinier keine guten Erfahrungen. Im April setzte es im 3.600 m hoch gelegenen La Paz gegen Bolivien mit dem 1:6 das höchste Debakel seit 15 Jahren. Nun müssen sie im nur rund 800 m tiefer angesiedelten Quito antreten. "Wir werden auf Konter spielen und hoffen, von dort etwas mitzunehmen. Es wird nicht so extrem wie in La Paz", sagte Diego Maradona, der auf Stammkräfte verzichten muss bzw. wird.
Höhenluft. Kapitän Javier Mascherano ist gesperrt, Stürmer Sergio Aguero verletzt und Lionel Messi kommt mit der Höhenluft nicht zurecht. "Außerdem ist das Risiko, eine zweiten gelben Karten und damit einer Sperre zu erhalten, für den Barca-Star zu groß. Wir brauchen ihn im nächsten Spiel Anfang September zu Hause gegen die Brasilianer", begründete Teamchef Maradona in Hinblick auf das Prestige-Duell der Ex-Weltmeister. Im fünften Spiel der Runde verteidigt Uruguay in Venezuela den fünften Platz und den Ein-Punkt-Vorsprung auf die Gastgeber.
Features
Spiele
Mittwoch:
Ecuador - Argentinien (Quito, 23.00 Uhr MESZ)
Donnerstag:
Kolumbien - Peru (Medellin, 01.00 Uhr MESZ)
Venezuela - Uruguay (Puerto Ordaz, 03.00 Uhr MESZ)
Chile - Bolivien (Santiago, 03.00 Uhr MESZ)
Brasilien - Paraguay (Recife, 02.50 Uhr MESZ)
Tabelle
- 1. Brasilien
- 2. Paraguay
- 3. Chile
- 4. Argentinien
- 5. Uruguay
- 6. Ecuador
- 7. Venezuela
- 8. Kolumbien
- 9. Bolivien
- 10. Peru
Fakten
Die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt für dieWM-Endrunde 2010 in Südafrika, der Fünftplatzierte spielt im Play-off(Hin- und Rückspiel) gegen den Vierten der Nord-, Mittelamerika- undKaribik-Zone (CONCACF) einen weiteren Startplatz aus.
















