Erstes ÖFB-Training: Vor dem Flug ins Ungewisse
Startschuss zum Unternehmen "sechs Punkte". Montag am frühen Nachmittag versammelte Coach Karel Brückner seine Truppe in Lindabrunn, um sie auf die Partien gegen die Färöer Inseln und Serbien einzustimmen.

Foto © GEPATraining in Lindabrunn
"Revanche" ist dieser Tage ein häufig strapaziertes Wort. Und "Wiedergutmachung". Da scheint's vollkommen egal zu sein, dass Andi Herzog in Wahrheit der einzige im Team ist, der halbwegs Bezug zu jenem denk- und merkwürdigen Tag hat, als Österreichs Nationalteam von den Färöer Inseln europaweit zum Gespött gemacht wurde. Damals kickte er mit, heute assistiert er dem Coach. Aber sonst gibt's keinen, der Berührungspunkte mit diesem 0:1 hat. Wer also soll wofür Revanche nehmen, wer was wieder gut machen?
Nicht mehr als eine Hürde.
Marko Arnautovic etwa, der nun erstmals im Kader des A-Teams steht? Der war an diesem 12. 9. 1990 gerade ein Jahr, vier Monate und 25 Tage alt und hatte mit Fußball vermutlich noch nicht allzu viel am Hut, sprich an der viel Zipfelmütze.
Nüchtern betrachtet sind die Kicker von der Insel nicht mehr als eine Hürde, die, will man sich für die WM 2010 in Südafrika qualifizieren, genommen werden muss. Wie, das ist vollkommen egal. Ob nun mit Bravour oder mit Hängen und Würgen.
Janko mit Verspätung.
"Wir fahren nicht hin, um einen Schönheitspreis zu gewinnen. Gewinnen allein reicht. Aber auch das wird nur gelingen, wenn wir die Sache unendlich ernst nehmen", ist sich Herzog durchaus bewusst, dass es kein Ausflug wird. "Rumäniens knappes 1:0 ist uns eine Warnung. Wir dürfen uns nicht spielen, aber stark spielen, das müssen wir."
Camp in Lindabrunn.
Seit Montag sind die Kicker im Camp in Lindabrunn versammelt. Am Nachmittag stand ein leichtes Training auf dem Programm, an dem auch Martin Stranzl teilnahm, obwohl der am Wochenende nicht spielen konnte. "Nichts schlimmes, nur eine Prellung, bis Samstag bin ich sicherlich zu hundert Prozent fit." Einzig nicht mit von der Partie war gestern noch Mark Janko. Der fuhr nach Salzburgs 1:0 gegen Rapid nach München, um sich dort (wie seit Monaten schon) am Sprungglenk behandeln zu lassen.
Auf die Färöer Inseln.
Am Donnerstag um 15 Uhr geht dann der Flieger auf die Färöer Inseln. Ein Flug ins Ungewisse übrigens, und das nicht nur in sportlicher Hinsicht. "Ab und zu passiert's, dass man wegen starkem Sturm oder extrem dichtem Nebel nicht landen kann. In der letzten Quali ist es den Franzosen ist so ergangen, und statt zu landen mussten sie nach Dänemark umkehren und sind dann erst am Matchtag wieder gekommen", erinnert sich ÖFB-Pressechef Peter Klinglmüller.
















