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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2008 um 18:59 UhrKommentare

Toni Polster: "Das 0:1 war peinlich, aber ein Glücksfall"

Toni Polster über den unseligen 12. September 1990 gegen die Färöer Inseln und warum so eine Pleite immer wieder passieren kann.

Toni Polster

Foto © APToni Polster

Herr Polster, mit wem haben Sie denn vor gut 18 Jahren in Landskrona Leiberl getauscht? Mit einem Holzhändler oder einem Fischverkäufer?
TONI POLSTER: Keine Ahnung. Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wo ich das Trikot und ob ich es überhaupt noch wo hab'.

Aber diesmal haben die Färöer kein Leiberl, oder?
POLSTER: Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber so eine Pleite kann jederzeit passieren.

Tatsächlich?
POLSTER: Ja, denn Teams wie dieses haben speziell körperlich ganz gewaltig aufgeholt. Der Teamchef wird seine Truppe warnen. Rumänien hat zuletzt auch nur ein 1:0 erstolpert.

Hat Hickersberger euch damals nicht gewarnt?
POLSTER: Und wenn, dann hätten wir ihn innerlich ausgelacht.

Tja, wer zuletzt lacht . . .
POLSTER: Allerdings. Aber im Ernst: Diese Blamage darf sich nicht wiederholen.

Und wenn, müsste Teamchef Karel Brückner dann gehen?
POLSTER: Eigentlich würde es sich anbieten, aber Hitzfeld ist als Coach der Schweizer nach dem 1:2 gegen Luxemburg auch nicht abgetreten. Vermutlich aber nur, weil er wie Brückner erst so kurz im Amt ist. Anders verhielte es sich, wenn so etwas passiert, wenn man ein Jahr im Amt ist.

Josef Hickersbergers Abschied war also logisch?
POLSTER: Ja, obwohl wir es waren, die versagt haben. Und wenn ich gewusst hätte, dass Alfred Riedl nachfolgt, hätte ich Messen lesen lassen, dass der Pepi bleibt.

Kann es sein, dass die Kicker am Samstag nervöser sind als normal, weil sie etwas gutmachen müssen, wofür sie nichts können?
POLSTER: Das glaube ich nicht. Aber was unser 0:1 von damals betrifft: Irgendwie war es auch ein Glücksfall. Wir haben die Quali für die WM '98 beispielsweise deshalb als Gruppensieger geschafft, weil wir im Gegensatz zu Schweden und Schotten die Kleinen nie unterschätzt haben. Das hat uns Landskrona gelehrt.

INTERVIEW: ACHIM SCHNEYDER

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