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Zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 um 20:27 UhrKommentare

Und jetzt muss Österreich noch gegen die Färöer ran

Am 12. September 1990 wurde die Fußball-Welt auf den Kopf gestellt: Österreicher unterlag den Färöern 0:1 - müssen wir auch diesmal zittern?

Hickersberger kostete die Niederlage den Job

Foto © GEPAHickersberger kostete die Niederlage den Job

Österreichische Heldensagen dauern meist nicht lange - vor allem im Fußball. Endlich, nach jahrelanger Finsternis, gelang dem Nationalteam am vergangenen Samstag wieder ein Sieg gegen einen so genannten "Großen". Frankreich, die Grande Nation, wurde im Happel-Stadion in die Knie gezwungen. Innerhalb von 90 Minuten wurden aus oftmals larmoyanten Verlierern strahlende Helden.

Erneut aufs Feld. Nur vier Tage später leckten dieselben österreichischen Helden im litauischen Städtchen Marijampole aber wieder einmal ihre Wunden. Litauens Nationalteam, eigentlich nicht dem elitären Kreis der Fußballriesen angehörend, hatte Österreichs Riesentöter auf den Boden der Realität zurückgeholt. Zu einem für die österreichische Fußballseele denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn schon am 11. Oktober führt Feldherr Karel Brückner seine Mannen erneut aufs Feld - abermals in der Fremde. Diesmal auf den Färöern. Färöer - da war doch was? Ja, da war was.

Rot-weiß-rotes Trauma. Am 12. September 1990 erlitt der österreichische Fußball im schwedischen Landskrona ein Trauma, das bis heute nicht vergessen und nicht gänzlich verarbeitet ist. In der EM-Qualifikation verlor man gegen die Färinger 0:1. Es war das erste Bewerbsspiel für die Männer von den Schafsinseln überhaupt. "Nu vendist so ikki vio" - "Nun gibt es kein Zurück mehr", soll der Verbandspräsident der Färöer vor dem Anpfiff etwas blass um die Lippen gesagt haben. Am Ende standen Toni Polster , Andreas Herzog und Co. mit kalkweißen Gesichtern da.

Job gekostet. Teamchef Josef Hickersberger kostete ihr Versagen sogar den Job. Und auf der Inselgruppe im Nordatlantik gibt es seither sogar eine eigene Hymne, die mit den spöttischen Worten "Die Färöer gaben Österreich einen Walzer, den hörte man von Wien bis Mikladalur." beginnt. Zwei Fußballer-Generationen später warten wieder die Färinger. Dass mit ihnen nicht zu spaßen ist, bewiesen sie gegen Rumänien, das sich Mittwoch mit Müh' und Not zu einem 1:0-Sieg quälte. Die Österreicher haben 18 Jahre nach Landskrona diesmal in Torshavn die Chance, die österreichische Fußballwelt wieder zurechtzurücken. Sollte man meinen. Aber auch in Litauen war alles auf Sieg eingestellt.

THOMAS PLAUDER

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