Rückfallstäter im Land der Fußball-Euphorie
Die Schwächen der Österreicher traten gegen Litauen wieder hervor. Der Erfolg gegen Frankreich kaschierte einiges. Es gibt aber auch positive Ansätze. Und die Begeisterung hält an.

Foto © GEPANach der Sensation gegen Frankreich kam gegen Litauen die große Ernüchterung
In verschiedenen Dimensionen bewegte sich Österreichs Nationalteam binnen vier Tagen. Aber es waren nicht zwei Fußballwelten, welche die Mannschaft gegen Frankreich bzw. Litauen repräsentierte. Der Unterschied lag vielmehr in der Umsetzung der vorhandenen Mittel, die noch immer bescheidener sind, als es der Sieg über den Gruppenfavoriten glauben machen würde. Auffällig: Die Negativa fallen in den praktischen Bereich. Die Theorie weist hingegen einige Pluspunkte aus.
Spielerische Defizite. Nach wie vor fehlt es dem Team in seiner Gesamtheit an den nötigen fußballerischen Fertigkeiten. Besonders augenscheinlich traten etwa die Mängel bei Stefan Maierhofer zutage, aber auch die Kollegen glänzten nicht durch technische Einlagen. Zu viele Fehlpässe und unpräzise Flanken störten den Spielaufbau fast permanent.
Ideenmangel. Der österreichische Kick wird kaum durch Einfallsreichtum und Kreativität geprägt. Wenn die Standardsituationen nicht so funktionieren wie gegen Frankreich, hinterlässt die Truppe einen relativ hilflosen Eindruck. So waren auch die Litauer nicht zu überraschen.
Fehlende Konstanz. Die Bestätigung des Erfolgs hätte den Wert des Teams gehoben, als Indiz für den Einstieg in eine höhere Klasse. Dies ist aber noch nicht gelungen. In der ersten Stunde der Partie waren über lange Phasen wieder alte schlechte Gewohnheiten zu erkennen, besonders im Zweikampfverhalten. Dies kann als Folge von doch noch zu geringer Antriebskraft gedeutet werden. Die Litauer wirkten willensstärker, konsequenter auf den Sieg ausgerichtet.
Offensivkraft. Der Angriff bleibt der Schwachpunkt im Nationalteam. Vom Sturm war gegen Litauen eine Stunde lang nicht szu sehen. Ausfälle wie etwa jener von Marc Janko, sind nicht 1:1 wettzumachen, der Auftritt von Jimmy Hoffer lässt aber hoffen.
Trainerteam. Karel Brückner ist als Autorität und Fachmann anerkannt, die Zusammenarbeit mit seinem verlängerten Arm Jan Kocian, der als Bindeglied fungiert, und Andi Herzog funktioniert. Dies wirkt sich fußballerisch bisher auf die taktische Disziplin und auch das grundsätzlich gute Abwehrverhalten aus.
Legionärs-Zukunft. Jeweils nur zwei Bundesliga-Spieler standen in den Start-Aufstellungen. Die "Engländer" Paul Scharner und Emanuel Pogatetz wirken am gefestigsten. Mit zunehmender Auslandserfahrung sollten auch die jungen Legionäre einen Lernprozess durchmachen, vorausgesetzt sie kommen zum Einsatz.
Kondition. Die starke Schlussphase beweist, dass die Spieler physisch präsent sind. Nur die letzte Konzentration für den passenden Abschluss fehlte.
Stimmung. Die Begeisterung
Features
Fast ausverkauft
Für das nächste Quali-Spiel am 15. Oktober (20.30 Uhr) gegen Serbien im Ernst-Happel-Stadion nur noch ein paar Dutzend Restkarten erhältlich. "Das Spiel ist praktisch ausverkauft", vermeldete der ÖFB.
Kein Janko-Ersatz
Quali-Kader
Der Kader für die Oktober-Partien dürfte laut Co-Trainer Kocian mit dem aktuellen Aufgebot weitgehend identisch sein. Ein Kandidat ist Ümit Korkmaz, der derzeit an seinem Comeback arbeitet. Auch der ein oder andere U21-Spieler könnte nachrücken.

















